Aktualisiert 11.08.2009 16:58

Vor GerichtAmok mit Schwert und Molotow-Cocktails

Drei Monate nach einem in letzter Minute verhinderten Amoklauf an einem Gymnasium in St. Augustin hat die Bonner Staatsanwaltschaft eine Schülerin wegen versuchten Mordes angeklagt.

Der 16-Jährigen wird zudem gefährliche Körperverletzung sowie die Vorbereitung einer Sprengstoffexplosion vorgeworfen, wie die Staatsanwaltschaft am Dienstag mitteilte.

Keine verminderte Schuldfähigkeit

Die geständige Jugendliche soll am 11. Mai einen Amoklauf an ihrer Schule in St. Augustin bei Bonn vorbereitet haben. Motiv für ihr Vorhaben sollen massive Probleme mit Mitschülern, Lehrern und ihren Eltern gewesen sein. Anzeichen für eine verminderte Schuldfähigkeit gibt es laut einem jugendpsychiatrischen Gutachten nicht, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Lehrer mit Schwert exekutieren

Den Ermittlungen zufolge wollte die 16-Jährige zunächst einen Lehrer mit einem Schwert niederstechen und ihm danach die Schlüssel für die Klassenräume stehlen. Anschliessend sollten die Klassenzimmer durch selbst gebaute Molotow-Cocktails in Brand gesetzt und die Türen dabei von aussen verschlossen werden.

Der Plan wurde vereitelt, weil eine Mitschülerin die 16-Jährige in der Schultoilette überraschte. Die Angeklagte griff die Mitschülerin laut Staatsanwaltschaft mit einem Schwert an. Das Mädchen wurde dabei an Händen und Armen verletzt. Als ein Lehrer hinzukam, gelang beiden die Flucht.

Flucht mit Schreckschusspistole

Nach einem misslungenen Selbsttötungsversuch mit einer Schreckschusswaffe flüchtete die 16-Jährige den Angaben zufolge vom Schulgelände und stellte sich am späten Abend in Köln der Polizei. Die Jugendliche, die sich seit Mai in einer Jugendpsychiatrie befindet, hat laut Staatsanwaltschaft ein umfassendes Geständnis abgelegt.

Sollte die Anklage zugelassen werden, muss sich die Schülerin vor der Jugendkammer des Landgerichts Bonn verantworten. (dapd)

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