Drama in Biel: Amok-Rentner soll «Todesliste» erstellt haben
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Drama in BielAmok-Rentner soll «Todesliste» erstellt haben

Peter K. ist ein Waffennarr ohne Waffenschein: Das Mosaik des Amok-Rentners setzt sich mehr und mehr zusammen. Derweil wächst die Kritik am Polizeieinsatz.

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Versteckte Waffenschränke, selber gebastelte Munition, zugemauerte Eingangstüre. Sein letztes Gefecht mit den Behörden hatte der Amok-Rentner Peter K. minutiös vorbereitet.

Wie das «Journal du Jura» schreibt, hat die Polizei in dem Haus auch eine «schwarze Liste» gefunden. Darauf sollen insgesamt rund zehn Berner Politiker und Mitarbeiter der Bieler Stadtverwaltung stehen. Diese seien sofort unter Polizeischutz gestellt worden. Der stellvertretende Regierungsstatthalter, Philippe Garbani, erklärte bereits vor Tagen, dass er nicht mehr zu Hause schlafe. Polizeisprecher Franz Märki wollte gegenüber 20 Minuten Online die Existenz einer solchen Liste weder bestätigen noch dementieren.

Sicher ist hingegen mittlerweile, dass Peter K. trotz des riesigen Waffenarsenals keinen Waffenschein besitzt. Eine Sprecherin sagte auf Anfrage der SDA, die Berner Kantonspolizei wisse auch nicht, wo der Rentner die Waffen beschafft habe.

Polizeiverband fordert Untersuchung

Derweil wächst die Kritik am Polizeieinsatz gegen den schiesswütigen Rentner. Der Präsident des Berner Polizeiverbandes, Markus Meyer, sagte gegenüber «Radio 1», dass der Einsatz gegen Peter K. «nicht gerade als Referenzobjekt für die Arbeit der Berner Polizei bezeichnet werden» könne. Er fordert eine externe Untersuchung der Ermittlungen. Insbesondere soll geklärt werden, wie es dazu kommen konnte, dass Peter K. zweimal entkommen konnte – und wie die Polizei ein falsches Fahndungsfoto veröffentlichen konnte. (am/sda)

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