Blutbad von Winnenden: Amokläufer hatte eine «doppelte Identität»
Aktualisiert

Blutbad von WinnendenAmokläufer hatte eine «doppelte Identität»

Ein Amokläufer hat im deutschen Winnenden 17 Menschen getötet, bevor er selbst durch eine Polizeikugel starb. Der Amokschütze soll ein ehemaliger Schüler der Albertville-Realschule in Winnenden sein.

Laut ehemaligen Schulkollegen soll der mutmassliche Täter T. K. ein «ruhiger Mensch» gewesen sein, der gerne Ballerspiele am Computer spielte. Er stamme aus gutem Hause, wird ebenfalls berichtet.

Ein ehemaliger Schüler

Nach Angaben von Kultusminister Helmut Rau, CDU, handelte es sich bei K. um einen nach aussen «völlig unauffälligen» ehemaligen Schüler. Er habe die Schule im vergangenen Jahr mit Mittlerer Reife abgeschlossen und danach eine Ausbildung begonnen. Der Jugendliche sei «nie in irgendeiner Form» auffällig geworden, betonte Rau. Offensichtlich habe er eine «doppelte Identität» gehabt.

Der mutmassliche Täter hat die Schule im Jahr 2008 abgeschlossen haben. Der Vater sei Mitglied in einem Schützenverein und besitze deshalb legal 16 Schusswaffen, eine davon sei bei einer Hausdurchsuchung des Elternhauses nicht gefunden worden. Das Elternhaus wurde von der Polizei durchsucht.

Täter ist tot

Der mutmassliche Täter kam im 40 Kilometer entfernten Wendlingen ums Leben. Bei einer Schiesserei in einem Autohaus seien zudem zwei Passanten getötet und zwei Polizisten verletzt worden, teilte die Polizei mit.

Der Täter hatte zuvor an einer Realschule in Winnenden zwölf Menschen - neun Schüler im Alter zwischen 16 und 17 Jahren und drei Lehrer - getötet. Auf der Flucht erschoss der Mann einen weiteren Menschen auf dem Gelände der an die Schule angrenzenden psychiatrischen Klinik (20 Minuten online berichtete).

Die Bluttat ruft Erinnerungen an den Amoklauf von Erfurt wach: Am 26. April 2002 hatte ein Ex-Schüler des Gutenberg-Gymnasiums innert drei Stunden 16 Menschen und dann sich selbst erschossen.

(sda/kle)

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