Vier Menschen erschossen: Amokläufer von Tulsa tötete seinen Arzt wegen Rückenschmerzen nach OP
Publiziert

Vier Menschen erschossenAmokläufer von Tulsa tötete seinen Arzt wegen Rückenschmerzen nach OP

Nun ist das Motiv des Amokschützen von Tulsa, Oklahoma, bekannt: Laut einem Brief, den der 45-Jährige bei sich trug, wollte er wegen Rückenschmerzen seinen behandelnden Arzt töten. Die Tatwaffe, ein AR-15-Sturmgewehr, hatte er nur Stunden zuvor gekauft.

1 / 6
Bei einem Amoklauf im Saint-Francis-Spital in Tulsa starben vier Opfer sowie der Schütze selbst.

Bei einem Amoklauf im Saint-Francis-Spital in Tulsa starben vier Opfer sowie der Schütze selbst.

AFP
Die Polizei war wenige Minuten nach den Schüssen am Tatort.

Die Polizei war wenige Minuten nach den Schüssen am Tatort.

AFP
Ein Grossaufgebot riegelte die Umgebung ab.

Ein Grossaufgebot riegelte die Umgebung ab.

AFP

Darum gehts

Der Todesschütze in einem Krankenhaus in Tulsa im US-Bundesstaat Oklahoma hat nach Polizeiangaben seinen behandelnden Arzt wegen Rückenschmerzen erschossen. Tulsas Polizeichef Wendell Franklin sagte am Donnerstag, der Angreifer habe am Vortag einen Arzt, eine Ärztin, eine Rezeptionistin sowie einen Patienten getötet und sich dann selber erschossen. Bei dem als Michael Louis (45) identifizierten Mann sei ein Brief gefunden worden, der deutlich gemacht habe, dass er seinen Arzt töten wollte – «und jeden, der sich in seinen Weg» stellte.

Louis hatte sich nach seiner Entlassung aus dem Spital am 24. Mai wegen Beschwerden und andauernder Schmerzen mehrfach bei Phillips gemeldet, zuletzt am Tag der Tat. Welche Art von Behandlung er sich erhofft hatte, ist unklar. «Er machte Phillips für seine Schmerzen verantwortlich», so Franklin.

Rund eine Stunde vor der Tat kaufte sich Louis dann ein halbautomatisches Sturmgewehr des Typs AR-15, wie es auch der Amokläufer in Uvalde benutzt hatte. Bereits eine Woche zuvor hatte er sich in einem Pfandleihhaus eine Pistole besorgt. Über die Parkgarage gelangte er dann gegen fünf Uhr nachmittags ins Saint-Francis-Spital und begann die Suche nach Phillips. Als er ihn schliesslich erblickte, eröffnete er sofort das Feuer. Im Kugelhagel starben nebst dem Orthopäden auch die Ärztin Stephanie J. Husen, Empfangsmitarbeiterin Amanda Glenn und der Patient William Love. Die anderen Opfer seien «bloss im Weg gestanden», so der Polizeichef.

Patientin löste den Alarm aus

Nur drei Minuten später traf die Polizei am Tatort ein. Sofort eilten die Beamten in den zweiten Stock des Spitals, doch da waren Louis’ Opfer bereits tödlich getroffen worden. Louis selbst hatte sich mit einem Schuss selbst gerichtet. Im Zimmer, wo seine Leiche gefunden wurde, hatte sich eine Frau unter einem Pult versteckt. Sie überlebte den Angriff. Den Alarm ausgelöst hatte eine Patientin, die mit einem Arzt einen Videoanruf führte, als die Schüsse fielen, und dann auf Geheiss des Mediziners die Polizei rief, wie CNN berichtet.

Gemäss dem Gun Violence Archive war die Tat von Tulsa bereits die 233. Massenschiesserei des Jahres. In den USA kamen im laufenden Jahr bereits 8085 Menschen durch Schusswaffen ums Leben. Im US-Bundesstaat Oklahoma sind nun auf Anordnung des Gouverneurs bis Sonntagabend alle Flaggen auf Halbmast gesetzt worden.

Hast du oder hat jemand, den du kennst, ein Trauma erlitten?

Hier findest du Hilfe:

Pro Mente Sana, Tel. 0848 800 858

Angehörige.ch, Beratung und Anlaufstellen

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

(DPA/trx)

Deine Meinung