Amoklauf mit 33 Toten: Täter schoss sich das Gesicht weg
Aktualisiert

Amoklauf mit 33 Toten: Täter schoss sich das Gesicht weg

Beim schlimmsten Amoklauf in der Geschichte der USA hat ein Einzeltäter auf dem Campus der Virginia Tech Universität mindestens 33 Menschen erschossen. Die Polizei hat Mühe, den Täter zu identifizieren. Das Gesicht des Mannes ist nicht mehr zu erkennen.

Laut Informationen des Schweizer Fernsehens hat sich der Amokläufer mit zwei Schüssen in den Kopf das Leben genommen. Das Gesicht könne deshalb nicht mehr zur Identifizerung des Täters dienen. Die Ermittler versuchen nun, über die Tatwaffen die Identität des Killers zu eruieren.

Motiv und Hintergrund des Massakers waren zunächst unklar. Ebenfalls nicht bekannt war vorerst, ob der Täter Student oder Mitarbeiter der Universität war, an der insgesamt 25 000 Studenten eingeschrieben sind. Sein Name wurde von den Behörden nicht veröffentlicht. Ein Ermittler der US-Bundespolizei FBI, Richard Kolko, sagte, Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund gebe es aufgrund der ersten Beweislage nicht.

Ein Student wurde in einem Wohnheim erschossen, die anderen starben in einem Unterrichtszimmer der Hochschule Virginia Tech in Blacksburg, wie Polizeichef W.R. Flinchum mitteilte. Die Hochschule hatte zuvor auf ihrer Website gemeldet, in einem Wohnheim seien gegen 07.15 Uhr Ortszeit Schüsse gefallen. Zwei Stunden später sei in einem anderem Gebäude auf dem entgegengesetzten Teil des Campus geschossen worden. Die Studierenden wurden angewiesen, in den Gebäuden zu bleiben und sich von den Fenstern fern zu halten. Augenzeugen berichteten, dass Studenten in Panik aus Fenstern gesprungen seien, um sich in Sicherheit zu bringen.

Einige beklagten, dass sie von den ersten tödlichen Schüssen erst Stunden später erfahren hätten. Der Studen Jason Piatt sagte dem Sender CNN, die erste Warnung sei von der Universität per E-Mail rund zwei Stunden nach den ersten Schüssen gekommen. «Während sie diese E-Mail verschicken, werden 22 weitere Leute getötet.»

Bei den meisten Toten handelte es sich um Studenten. Der Lehrbetrieb wurde für Dienstag abgesagt. Die Schule ist vor allem für ihre Fakultät für Ingenieurswesen bekannt.

Erstsemester Aimee Kanode berichtete von einer Schiesserei im vierten Stock des Wohnheims, über ihrem Zimmer. Die Studenten hätten versucht, sich im Internet über das Geschehen zu informieren. Der Student Madixon Van Duyne berichtete CNN telefonisch, die meisten Studierenden hätten weit weg von den Fenstern auf dem Boden gesessen.

Das Unigelände wurde abgesperrt - es war bereits das zweite Mal seit August 2006, dass der Campus wegen einer Schiesserei abgeriegelt wurde. Damals flüchtete sich ein entflohener Sträfling auf das Gelände, nachdem er zuvor einen Krankenhauswärter erschossen hatte. Bei der Verfolgung des Mannes wurde auch ein Polizist getötet.

1966 hatte ein Mann an der Universität von Texas 16 Menschen erschossen, bevor er selbst getötet werden konnte. Das bislang schwerste Massaker in den USA wurde 1991 in Killeen in Texas begangen: Ein Bewaffneter erschoss damals 23 Menschen in einer Cafeteria und dann sich selbst.

(dapd)

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