Aktualisiert 04.04.2009 16:59

Winnenden

Amokschütze zu spät gestoppt?

Beim Amoklauf in Winnenden hätten möglicherweise zwei Opfer vermieden werden können. Nach Informationen des nachrichtenmagazins «Focus» soll es zu einer Polizeipanne gekommen sein.

Das Nachrichtenmagazin berichtete am Samstag vorab unter Berufung auf neue Ermittlungsergebnisse, dass ein Polizeibeamter den 17-jährigen Täter Tim K. bereits hätte stoppen können, ehe dieser in das Autohaus in Wendlingen laufen konnte. Dort hatte Tim K. einen Verkäufer und einen Kunden erschossen.

Die Staatsanwaltschaft erklärte der AP auf Anfrage zunächst nur, der Schusswaffengebrauch der Polizei werde überprüft. Sie wollte später genauer Stellung nehmen.

Ein Polizist soll den Amoktäter bereits beim Schusswechsel vor dem Autohaus in beide Beine getroffen haben, laut «Focus» in das Sprunggelenk des linken Fusses und in die rechte Wade. Tim K. habe sich daraufhin auf den Boden gesetzt. «Nach Aufforderung legte er seine Waffe neben sich auf der Strasse ab und hob die Hände über den Kopf», heisst es dem Bericht zufolge in den Ermittlungsakten.

«Daraufhin verliess der Polizeibeamte seine Deckung und ging mit der Waffe im Anschlag einige Meter in Richtung des Täters.» In diesem Moment sei der scheinbar überwältigte Amokläufer aufgestanden, habe seine Pistole ergriffen und erneut das Feuer auf den Polizisten eröffnet. «Der Beamte versuchte, durch weitere Schussabgaben ein Flüchten des Täters zu verhindern. Trotzdem konnte dieser in das direkt angrenzende Autohaus gelangen», zitiert das Blatt weiter aus angeblichen Polizeiprotokollen.

Bislang war berichtet worden, dass es zum Schusswechsel mit der Polizei kam, nachdem Tim K. im Autohaus die zwei Männer erschossen hatte. Demnach ging er zurück in das Geschäft und schoss durch die Glasscheibe auf die Streifenwagen. Dann habe er das Autohaus durch einen Hinterausgang verlassen und weiter geschossen. Eine 37-jährige Polizeibeamtin und ihr 38-jähriger Kollege werden schwer verletzt. Die Frau liegt laut «Focus» nach zwei Operationen noch immer im Krankenhaus. (dapd)

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