Aktualisiert 07.06.2007 12:36

Amputationen für die Freiheit

Dutzende Afrikaner haben durch die Flucht auf die Kanarischen Inseln schwere gesundheitliche Schäden erlitten. Letztes Jahr mussten etwa 30 illegalen Immigranten Gliedmassen amputiert werden.

Auf Grund der Verletzungen, die die Afrikaner auf den oft neun Tage dauernden Bootsfahrten auf dem Atlantik erlitten hätten, sei den Ärzten keine andere Wahl geblieben, als Amputationen vorzunehmen, berichtete die spanische Tageszeitung «El País».

Wie die Zeitung unter Berufung auf die Hilfsorganisation «Médicos del Mundo» berichtete, wurden einige Flüchtlinge während der Überfahrt an die Bootswand gefesselt, damit sie nicht aus Verzweiflung über Bord springen. Dies habe dazu geführt, dass die Durchblutung von Armen oder Beinen tagelang unterbrochen gewesen sei.

Anderen Immigranten mussten die Füsse abgenommen werden, weil sie lange Zeit in einer giftigen Mischung von Salzwasser und Dieselöl gestanden waren, die sich auf dem Boden der Boote angesammelt hatte.

Im Jahr 2006 gelangten etwa 22 000 Flüchtlinge von der Westküste Afrikas auf die Kanaren. Wie viele auf der gefährlichen Route über den Atlantik ums Leben kommen, ist nicht bekannt.

(sda)

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