Aktualisiert 15.07.2016 19:41

Zürich Kreis 4

Amsel im Velokorb bekommt drei Junge

Normalerweise nisten Vögel auf Bäumen – nicht so diese Amsel. Trotz viel Betrieb ringsum brachte sie ihre Jungtiere in einem Velokorb auf die Welt.

von
jen
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Die Amsel brachte im Velokörbchen drei Jungtiere zur Welt. Dokumentarfilmer Marc Tschudin findet das speziell: «Der Veloständer ist in Betrieb, also wird gedreht.» Und trotzdem habe die Amsel erfolgreich Junge zur Welt gebracht.

Die Amsel brachte im Velokörbchen drei Jungtiere zur Welt. Dokumentarfilmer Marc Tschudin findet das speziell: «Der Veloständer ist in Betrieb, also wird gedreht.» Und trotzdem habe die Amsel erfolgreich Junge zur Welt gebracht.

Marc Tschudin
Vor rund einem Monat hat sich das Amselweibchen diesen besonderen Ort für ihr Nest ausgesucht.

Vor rund einem Monat hat sich das Amselweibchen diesen besonderen Ort für ihr Nest ausgesucht.

Felix Traber
Es ist das Körbchen eines Velos.

Es ist das Körbchen eines Velos.

Felix Traber

Seit Wochen besetzt eine Amsel das Körbchen eines Velos. Dieses hängt an einem Ständer im Innenhof des Zürcher Medienunternehmens Tamedia, zu dem auch 20 Minuten gehört. Die Besitzerin wurde mittlerweile ausfindig gemacht – sie verzichtet seit rund einem Monat auf ihr Velo, um den Vogel nicht zu stören.

Nun die grosse Überraschung: Das Weibchen hat vor kurzem Nachwuchs gekriegt. Drei Jungtiere sitzen gemeinsam mit ihrer Mutter in diesem ungewöhnlichen Nest.

Dokumentarfilm in Planung

Momentan können sie allerdings nur schlecht beobachtet werden. Grund: Vor dem Körbchen hängt eine Kamera. Die Amsel im Velokörbchen wird bald im Dokumentarfilm «Welcome to Zwitscherländ» erscheinen. Marc Tschudin produziert diesen in Zusammenarbeit mit der Vogelwarte Schweiz. Ein Thema dieses Films sind unter anderem die speziellen Nistorte von Vögeln: «Es kommt immer wieder vor, dass Meisen oder Amseln spezielle Orte für ihr Nest aussuchen», sagt Tschudin. Beispielsweise nistete sich eine Kohlmeise in einem Briefkasten ein oder eine Blaumeise baute ihr Nest in einem Aschenbecher. «Das ist eine faszinierende Kombination von Technik, Mensch und Natur.»

Tschudin findet es nicht ungewöhnlich, dass bestimmte Vogelarten an solch aussergewöhnlichen Plätzen nisten: «Amseln können sich gut anpassen und auch an ungewöhnlichen Orten Nester bauen und brüten.» Dennoch sei das Ganze speziell: «Der Veloständer ist in Betrieb, das heisst er wird gedreht und angefasst», sagt Tschudin. Und trotzdem habe die Amsel erfolgreich Junge zur Welt gebracht.

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