Klage gegen Veterinäramt : Amt räumt Minizoo – mehrere Tiere gestorben
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Klage gegen Veterinäramt Amt räumt Minizoo – mehrere Tiere gestorben

Ein Hinwiler Tierpark wurde in einer Grossaktion geräumt. Dabei wurden Tiere verletzt und sind gestorben. Der Besitzer klagt deshalb gegen das Veterinäramt.

von
zed
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In seinem Tierpark hielt Fritz Masshard viele exotische Tiere.

In seinem Tierpark hielt Fritz Masshard viele exotische Tiere.

Fritz Masshard
Für die meisten davon hatte er keine Bewilligung.

Für die meisten davon hatte er keine Bewilligung.

Fritz Masshard

Auf einen Schlag hatte Fritz Masshard am 2. Juli alles verloren. In den frühen Morgenstunden hatte ein 20-köpfiges Grossaufgebot von Kantonspolizisten, Mitarbeitern des kantonalen Veterinäramts und Tierrettern seinen Wildpark im Hinwiler Heuweidli geräumt. Dort hielt er Ziegen, Hühner, Kaninchen, Alpakas, Damhirsche, Süsswasserrochen, chinesische Wasserschildkröten, Aras, Graupapageien, Kakadus und Weissbüschel- und Kapuzineräffchen.

«Die Aktion fand ohne Ankündigung statt», klagt Masshard. Ausserdem sei dabei äusserst brutal vorgegangen worden. «Mehrere Tiere sind beim Einfangen oder beim Transport ums Leben gekommen», sagt er. Damhirsche seien falsch betäubt worden, seltene Meerwasserfische seien beim Einfangen gestorben und ein 1200-Liter-Aquarium sei zu Bruch gegangen. Ausserdem hätten Vögel Flügelbrüche erlitten. Aber auch die anderen Tiere hätten gelitten. «Stress ist etwas vom Schlimmsten, das man Wildtieren zufügen kann», so Masshard.

Klage gegen das Veterinäramt

Die Aktion war durchgeführt worden, da Masshard nicht die nötigen Qualifikationen besass, um einen solchen Tierpark zu führen. «Ich war aber daran, die Ausbildung zum Tierpfleger zu absolvieren und stand kurz vor den Abschlussprüfungen», so Masshard. Er habe auch seine Gehege ausgebaut und sein Fitnessstudio in Rüti verkauft, um rund um die Uhr für die Tiere da sein zu können.

Die Beschlagnahmung der Tiere habe nichts mehr mit Tierschutz zu tun, findet der Halter: «Ihr Wohlergehen müsste auch hier im Vordergrund stehen, nicht die Willkür eines Amtes.» Nun klagt Masshard direkt gegen das Veterinäramt. «Ich werde im Notfall bis ans Bundesgericht gehen und auch den Regierungsrat in die Verantwortung nehmen», sagt er. Das sei er seinen Tieren schuldig.

«Viele Tiere wurden krank vorgefunden»

Laut Regula Vogel, Leiterin des kantonalen Veterinäramtes, war die Räumung unabdingbar: «Die Situation mit bewilligungspflichtigen Wildtieren in Hinwil war mit Blick auf Tierhaltung und -schutz mangelhaft und bisher angeordnete Massnahmen wurden nicht befolgt.»

Die Verlegung von Wildtieren sei immer mit Stress verbunden, weshalb dies nur durchgeführt werde, wenn es auch wirklich notwendig sei. Dafür seien Wildtierspezialisten aufgeboten worden, die das Räumen fachlich korrekt durchgeführt hätten.

Hirsch wegen Narkose gestorben

Auch bestätigt Vogel, dass ein Damhirsch und einige Fische beim Transport ums Leben gekommen sind. «Wildtiere müssen zum Teil für den Transport narkotisiert werden, was in jedem Fall in einem kleinen Prozentsatz zu Zwischenfällen führen kann», sagt sie. Die pathologische Untersuchung des Hirschs habe dies bestätigt. Und auch die beschlagnahmten Süsswasser- und Meerwasserfische seien bei der Beschlagnahmung meist nicht gesund gewesen oder hätten bereits Haltungsschäden aufgewiesen.

Allerdings seien vor Ort viele Tiere bereits krank angetroffen worden, die anschliessend veterinärmedizinisch versorgt worden seien. «Das Veterinäramt hat für die vielen Tiere über Wochen, aufwändig und breit, geeignete und tierschutzkonforme sowie verlässliche definitive Haltungsorte gesucht», so Vogel. Zur Klage könne man bislang keine Stellung nehmen, da diese dem Veterinäramt noch nicht vorliege.

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