Aktualisiert 20.01.2016 10:20

Zürich

An der ETH drohen höhere Studiengebühren

ETH-Ratspräsidenten Fritz Schiesser kann sich eine Erhöhung der Studiengebühren vorstellen. Grund sind die Sparpläne des Bundesrates.

Die Sparpläne des Bundesrates gefährden laut dem ETH-Ratspräsidenten Fritz Schiesser die Spitzenposition der Schweiz in Bildung, Forschung und Innovation.

Die Sparpläne des Bundesrates gefährden laut dem ETH-Ratspräsidenten Fritz Schiesser die Spitzenposition der Schweiz in Bildung, Forschung und Innovation.

Keystone/Gaetan Bally

Die letzte reale Erhöhung der Studiengebühren sei rund 20 Jahre her, sagte Schiesser in einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» und dem «Bund» vom Mittwoch. Heute koste das «Topstudium ETH» rund 100 Franken im Monat. «Man kann nun auch einen zusätzlichen Beitrag der Studierenden erwarten.»

Wie viel die ETH Zürich und Lausanne sowie die vier Forschungsanstalten Paul Scherrer Institut, Empa, WSL und Eawag zum Sparprogramm der Jahre 2017 bis 2020 beitragen müssen, ist zwar noch offen. Aber schon für 2015 und 2016 wurde das ETH-Budget um 160 Millionen Franken gekürzt. Die Bundesmittel für den ETH-Bereich steigen laut Schiesser deshalb nur um 1,5 statt 3,5 Prozent. «Was wir benötigen, um die Qualität zu halten, ist ein Wachstum von 2,5 Prozent.»

Lohnerhöhungen fraglich

Der ETH-Rat arbeite nun mehrere Sparszenarien aus, «damit wir in jedem Fall in die wichtigen Forschungsbereiche der Zukunft investieren können - selbst wenn der Bund uns die Mittel einfriert oder nur leicht erhöht», so Schiesser. «Wir werden uns überlegen müssen, ob Lohnerhöhungen weiterhin möglich sind.» Zudem würden geplante Renovationen, Neubauten oder Unterhaltsarbeiten gestoppt oder aufgeschoben.

Bildung und Forschung seien überproportional von den Sparplänen des Bundesrats betroffen. Dies «gefährdet die Spitzenposition der Schweiz in Bildung, Forschung und Innovation», sagte Schiesser weiter.

Forschungsstandort Schweiz in Gefahr

Auch die Frage, ob die Schweiz ab 2017 beim EU-Forschungsprogramm Horizon 2020 zum Drittstaat degradiert wird, beschäftigt den ETH-Ratspräsidenten. Er glaube immer noch an eine Lösung, sodass die Schweiz wieder voll assoziiertes Mitglied werden könne.

Sollte dies nicht gelingen, wäre es ein grosser finanzieller Verlust für die Schweizer Forschungsanstalten, wie Schiesser sagt. «Viel Schlimmer wäre es aber, dass unser Land als Standort für die internationale Spitzenforschung an Attraktivität verliert und der Nachwuchs sich nicht mehr mit den besten Forschern Europas messen könnte.» (sda)

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