29.03.2018 15:27

Cannabis-Messe in BaselAn der Muba hält ab sofort das Gras Einzug

An der diesjährigen Muba in Basel wird es auch eine eigene Cannabis-Messe geben. Sie soll sowohl der Muba-Warenmesse als auch der Pflanze Auftrieb geben. Sucht Schweiz ist nicht begeistert.

von
daf
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An der diesjährigen Muba-Warenmesse in Basel wird es eine eigene Cannabis-Messe geben.

An der diesjährigen Muba-Warenmesse in Basel wird es eine eigene Cannabis-Messe geben.

Facebook/Cannabis Village
Die Muba-Veranstalter setzen auf Parallelmessen, um die Zukunft der Muba zu sichern. Eine davon ist bei der diesjährigen Ausgabe das Cannabis Village.

Die Muba-Veranstalter setzen auf Parallelmessen, um die Zukunft der Muba zu sichern. Eine davon ist bei der diesjährigen Ausgabe das Cannabis Village.

Photopress/obs/muba/ mch Group/barbara Sorg
Besucher der Hauptmesse Muba haben gratis Zutritt zum Cannabis Village. Dort können sie vieles über die grüne Pflanze erfahren.

Besucher der Hauptmesse Muba haben gratis Zutritt zum Cannabis Village. Dort können sie vieles über die grüne Pflanze erfahren.

Facebook/Cannabis Village

Die Muba kämpft wie andere Schweizer Messen ums Überleben. Damit die traditionelle Warenmesse von Basel eine Zukunft hat, setzt sie auf Parallelmessen, die gleichzeitig zur Muba stattfinden und im Eintrittsticket inbegriffen sind. Dieses Jahr setzen die Muba-Veranstalter auf eine spezielle Art der Warenmesse: Cannabis soll die Massen in die Hallen locken. «Erfahren Sie mehr über die wertvolle Kultur-, Nutz- und Heilpflanze Cannabis», heisst es auf der Website der Muba.

Vom 20. bis 22. April erwarten die Besucher der Muba im sogenannten Cannabis Village mehrere Stände, die verschiedene Aspekte und Produkte der Hanfpflanze zeigen. «Ob als Papier, moderner Werkstoff oder als Medizin: Die Hanfpflanze ist auch unabhängig von ihrer berauschenden Wirkung vielseitig einsetzbar», schreiben die Veranstalter, um allfällige Bedenken bezüglich des Suchtmittelkonsums gleich auszuräumen.

Auf 600 Quadratmetern Ausstellungsfläche finden sich Hanfgebäck, -bier, -pesto, Baumaterialien aus dem grünen Gewächs sowie Textilien und Heilprodukte. Ziel des Cannabis Village ist es, den Massen zu zeigen, was Hanf alles kann – und das Image der Pflanze in der Gesellschaft zu rehabilitieren. Das Cannabis Village war diesen Monat bereits zu Gast an der Medizinmesse Mednat in Lausanne.

Kurs der Muba ist «heikel»

Ganz ohne Rauch und Genuss durch Einatmen gehts dann aber doch nicht. Im Cannabis Village gibts auch Rauchzubehör wie Pfeifen und Verdampfer zu kaufen. CBD lässt grüssen. Das alleine stört die Stiftung Sucht Schweiz, die sich für eine gesunde Gesellschaft einsetzt, noch nicht. Dennoch findet sie die Bewerbung von Cannabis an der Muba «heikel», wie Mediensprecher Markus Meury auf Anfrage sagt.

Es besteht laut Meury die Gefahr, dass nebenbei auch Cannabis mit hohem THC-Gehalt verharmlost wird und Besucher zum Ausprobierkonsum angeregt werden. «Gerade bei Jugendlichen gibt es diese Problematik», so Meury. Sucht Schweiz erwartet vom Veranstalter, dass an den Ständen über die Gefahren und Risiken von «hochprozentigem» Cannabis aufgeklärt wird.

Muba verpflichtet Aussteller zur Aufklärung

«Aufklärung und Information über die Hanfpflanze ist fixer Bestandteil des Cannabis Village», erklärt Muba-Sprecherin Sabrina Oberländer. Prävention soll dabei ebenfalls nicht aussen vor gelassen werden. Die Aussteller des Cannabis Village haben laut Oberländer den Auftrag, in direkten Gesprächen mit den Besuchern über die Risiken in Verbindung mit dem Konsum von Cannabis aufmerksam zu machen. Zudem seien unabhängige Präventionsstellen «eingeladen, Teil des Cannabis Village zu sein», so die Sprecherin.

Während die Parallelmesse Cannabis Village vom 20. bis 22. April geöffnet hat, dauert die Muba-Hauptmesse bis zum 29. April.

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