Aktualisiert 05.05.2017 08:38

Veranstalter Sergio Muster«An der Sneakerness wird es viele Yeezys haben»

Am Wochenende findet in Zürich-Oerlikon die Sneakerness statt. Unter anderem wird auch der Yeezy-Turnschuh von Kanye West im Fokus stehen.

von
wed
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Sneakerness-Veranstalter Sergio Muster sagt, dass der Sneaker-Hype vielleicht so gross sei wie nie zuvor.

Sneakerness-Veranstalter Sergio Muster sagt, dass der Sneaker-Hype vielleicht so gross sei wie nie zuvor.

Eye.c.u. Photography
Dies hat unter anderem mit diesem Schuh zu tun, dem Yeezy-Boost-Sneaker von US-Rapper Kanye West und Adidas. «Wegen diesem Schuh drehen die Leute durch», sagt der Veranstalter.

Dies hat unter anderem mit diesem Schuh zu tun, dem Yeezy-Boost-Sneaker von US-Rapper Kanye West und Adidas. «Wegen diesem Schuh drehen die Leute durch», sagt der Veranstalter.

Adidas
Auch bei diesem Schuh handelt es sich um einen Yeezy. Laut Muster wird es massenhaft Yeezy-Angebote geben an der Sneakerness – «zum Preis von 500 bis 700 Franken».

Auch bei diesem Schuh handelt es sich um einen Yeezy. Laut Muster wird es massenhaft Yeezy-Angebote geben an der Sneakerness – «zum Preis von 500 bis 700 Franken».

Adidas

Sergio Muster, Sie haben 2007 die Sneakerness in Bern gegründet. Jetzt findet am 6. und 7. Mai die neunte Schweizer Sneakerness in Zürich statt. Wie haben Sie die Entwicklung der vergangenen zehn Jahre wahrgenommen?

Verrückt. Ursprünglich war es ein kleiner Event von Berner Sneakerverrückten, die ein Bier tranken und zusammen über Turnschuhe philosophierten. Dieses Jahr sind es bereits acht Sneakerness-Events in verschiedenen Städten in Europa, einer in Südafrika, und wir haben uns zu einer richtig etablierten internationalen Lifestyle-Messe entwickelt.

Was ist dieses Jahr neu im Vergleich zu den Jahren zuvor?

Zum ersten Mal bieten wir in der Halle 622 in Oerlikon doppelt so viel Fläche wie im Vorjahr. Zudem wollen wir neben den vielen Ständen, wo man mit Sneakers handeln, sie begutachten oder kaufen kann, mehr Erlebnis bieten. So gibt es etwa ein Pingpong-Masters und einen Breakdance-Battle. Wir haben aber auch den Künstler Freehand Profit aus den USA eingeladen, der Masken aus gefragten Sneakers designt, die dann für bis zu 10'000 Dollar verkauft werden.

Wie hat der derzeitige Sneaker-Hype bei der Entwicklung der Sneakerness mitgeholfen?

Der Hype hat definitiv einen grossen Einfluss. Besonders in den vergangenen zwei Jahren haben sich das Interesse und die Nachfrage nach Sneakers enorm entwickelt – wahrscheinlich ist der Hype um Turnschuhe so gross wie noch nie. Wir haben auch so viele Tickets im Vorverkauf abgesetzt wie nie zuvor. Wie viele es waren, möchte ich aber lieber nicht kommunizieren.

Worauf ist dies zurückzuführen?

Ich kann es mir auch nicht zu hundert Prozent erklären. Aus meiner Sicht gibt es zwei wichtige Faktoren: Zum einen arbeiten mehr Marken mit grossen Persönlichkeiten aus der Musik- und Sportbranche – Vorbilder, die einen grossen Einfluss auf die heutige Jugend haben. Zum anderen ist der Sneaker durch alle Kulturen hindurch sehr beliebt heutzutage. Früher haben Hip-Hop-Fans Sneaker von Michael Jordan getragen, und die Raver waren mit den Buffalos unterwegs. Seit einiger Zeit steht bei allen Communitys der Sneaker im Mittelpunkt. Das hat auch mit Social Media zu tun, wo sich jeder mit den coolsten Sneakern selber zelebriert.

Welches ist momentan der beliebteste Sneaker?

Ganz klar: die Yeezys von US-Rapper Kanye West und Adidas. Die Leute drehen seit bald zwei Jahren komplett durch wegen diesen Schuhen. Leute übernachten vor Shops, stehen stundenlang an und bezahlen unglaubliche Preise von bis zu über 1000 Franken, um einen Yeezy zu besitzen. Im Laden kosten die rund 200 Franken.

Wird es solche Yeezys auch an der Sneakerness geben?

Ja, es wird massenhaft Yeezys geben, die man begutachten und kaufen kann. Die grosse Frage wird sein, wer den günstigsten Yeezy ergattern kann. Ich gehe davon aus, dass man zwischen 500 und 700 Franken budgetieren muss.

Welches Sneakermodell sollte man momentan im Auge behalten, das nicht streng limitiert ist?

Das NMD-Modell von Adidas ist derzeit beliebt und nicht alle Modelle sind streng limitiert. Der NMD OG Colorway war das erste Modell, ist sehr beliebt – auch bei Sammlern – und trotzdem noch einigermassen vernünftig bei den Preisen.

Ist ein baldiges Ende des Hypes in Sicht?

Aus meiner Sicht nicht. Adidas hat mittlerweile fast einen Schuh-Release pro Woche, der bei Fans und Sammlern für Aufregung sorgt, und Nike muss und wird da auch reagieren in naher Zukunft – profitieren werden die Sneakerfans. Und neue Technologien werden schon bald für spannende Sneakermodelle sorgen.

Technologien? Zum Beispiel?

Viele Marken arbeiten an Schuhen, die sich selber die Schuhbändel binden können mit einem eingebauten Minimotor – sogenanntes self lacing. Aber auch das Thema 3-D-Drucker wird die Sneakerszene beschäftigen. Adidas hat kürzlich einen ersten Schuh mit einer Sohle aus dem 3-D-Drucker herausgebracht. Der Schuh ist extrem limitiert und soll unglaublich bequem sein – daher liegt der Wiederverkaufswert derzeit auch zwischen 3000 und 4000 Franken.

Besitzen Sie einen solchen?

Nein. Dieser Release war so limitiert, da habe selbst ich mit meinen Kontakten keinen gekriegt.

Aber wie viele Sneaker stapeln sich bei Ihnen zu Hause?

Zwischen 500 und 600 Paar. Davon sind aber noch rund 10 Prozent ungetragen.

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