An die Kisten – fertig – los!
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An die Kisten – fertig – los!

Ende September ist Zügeltermin. Für Umzugsfirmen und Putzinstitute bedeutet dies Hochsaison. Ihre Arbeit ist voller Überraschungen.

«Seit drei Wochen sind wir total ausgebucht, im Moment zügeln wir drei- bis viermal pro Tag», sagt Otto Zelger, Chef der Transportfirma Gabriel in Luzern. Bei so viel Arbeit kommen die Zügelmänner ganz schön ins Schwitzen. «Speziell Klaviere, Flügel und Glastische machen uns zu schaffen, an die Treppen habe ich mich inzwischen gewöhnt», so der 24-jährige Zügelmann Albert Ambühl.

Ist die Wohnung erst einmal leergeräumt, muss sie geputzt werden. Doch nicht alle Mieter sind gleich pflichtbewusst. Vor allem wenn sie die Wohnung aus Geldsorgen verlassen müssten, seien die Wohnungen oft sehr dreckig, erzählt Gaby Roth von der Casag-Verwaltung.

Von dreckigen Wohnungen kann auch Sakiri Ramon, Leiter des Rasa-Reinigungsunternehmen, ein Lied singen. «In diesem Jahr haben wir drei ganz schlimme Fälle erlebt: Käfer, Würmer und Kakerlaken oder sogar Gerüche von Leichen sind nichts Ungewöhnliches», sagt Ramon. Er reinigt nun schon seit 10 Jahren Wohnungen, ihn könne nichts mehr erschrecken.

Gabriella Sala/Jonas Wydler

Was stresst Sie beim Zügeln?

Patricia Sokoll, 21, Luzern

Gleich bei meinem ersten Umzug gabs Ärger mit der Verwaltung, welche sehr pingelig ist. Bei der Wohnungsübergabe lieferten sie mir einen Schlüssel zu wenig, auf den ich dann lange warten musste.

Markus Berchtold, 30, Sachseln

Wir trafen beim Einzug auf eine unbeliebte Nachbarin mit einem Sohn, der sich nie wusch und entsprechend roch. Die Verwaltung hat sich jetzt um das Problem gekümmert und der Junge wäscht sich.

Sabrina Bienz, 22, Luzern

Wenn vorher in der Wohnung geraucht wurde, stinkt es einfach fürchterlich. Oft riecht es auch in gewissen Küchenschränken, selbst wenn sich die Vormieter Mühe gegeben haben beim Wohnungsputz.

Kristjan Berisha, 20, Ettiswil:

Das Kistenschleppen und Möbelherumtragen finde ich am anstrengendsten. Deshalb habe ich in nächster Zeit nicht vor zu zügeln. Wenn ich einmal verheiratet bin, ist das vielleicht wieder ein Thema.

Manuela Deller, 22, Luzern

Den eigenen «Grümpel» ausmisten, einpacken und dann auch noch die ganze Wohnung putzen, das stresst mich am meisten. Und es ist auch der Grund dafür, dass ich bisher erst einmal umgezogen bin.

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