Aktualisiert 20.01.2016 14:26

Ludicious

An diesem Game-Festival wird auch gesungen

Der Ludicious-Organisator erklärt, wieso der Fokus dieses Jahr auf Business-Meetings steht und das Publikum trotzdem auf seine Kosten kommt.

von
Jan Graber

Dominik Marosi, wieso braucht es überhaupt das Ludicious-Game-Festival?

Es braucht das Festival zur Unterstützung der Schweizer Gamedesigner. Die Kreativität ist zwar da, der wirtschaftliche Erfolg aber nicht. Deshalb fokussiert das diesjährige Festival mehr auf geschäftliche Aspekte.

Auf welche?

Wir haben zum Beispiel ein Match-Making-Modul, das Vertreter von Firmen, die auf der Suche nach Games sind, und hiesige Gameentwickler zusammenbringen soll. Bereits im Vorfeld wurden 150 Meetings abgemacht.

Die Firmen suchen bewusst nach Games aus der Schweiz?

Sie sind generell auf der Suche nach Games. Nach der

Gamescom letztes Jahr hatten wir aber auch viele positive Rückmeldungen von Firmen, die uns besuchten und überzeugt von dem waren, was sie gesehen hatten. Sie wollen die Arbeiten nun spezifischer kennen lernen.

Für wen ist das Festival?

Wir legen den Fokus zwar stärker auf ein Branchenpublikum wie Gamedesigner und Publisher. Trotzdem sind wir offen für alle, die an Games interessiert sind. Die Ausstellung ist öffentlich und gratis. Der Mario-Maker-Workshop und der «Marioke»-Abend sind ebenfalls öffentlich und gratis.

Welches sind die wichtigsten Aspekte des Festivals?

Der Donnerstag und der Freitag stehen ganz im Zeichen von Ludicious Business und dem Match-Making-Modul von Engagement Migros. Es handelt sich um eine Art Marktplatz, auf dem Publisher wie Chillingo oder Paradox Games Deals abschliessen können. Zusätzlich können Entwickler ihre Games in einem Blitzwettbewerb vorstellen, der Gewinner reist an einen Game-Connection-Event. Zudem zeigen wir viele Spiele von internationalen Partnern, Festivals und Events. Internationale und Schweizer Design-Teams bringen Spiele mit, die sich noch in Entwicklung befinden – eine gute Gelegenheit, Neues kennenzulernen.

Es kommen auch grosse Namen wie beispielsweise Kultdesigner John Romero, der Miterfinder der Ego-Perspektive.

Es ist ein Zeichen dafür, dass wir gute Arbeit leisten und unser Programm geschätzt wird. Wir suchen aber auch aktiv die Kontakte. Manchmal geht es über Jahre, bis wir eine Zusage erhalten.

Das erste Festival fand 2014 statt. Was wurde daraus gelernt?

Die wichtigste Lehre war, den Konferenzort und die Ausstellung nicht mehr an zwei verschiedenen Orten durchzuführen. Neu findet alles zusammen auf dem Kasernenareal statt und die Konferenz ist nicht mehr von den Spielen getrennt. Schliesslich geht es ums Spielen und die Freude daran. Und nicht nur ums Geschäft.

Welches Rahmenprogramm wartet auf die öffentlichen Besucher?

Besonders eindrücklich für die Besucher dürfte die 360-Grad-Installation «ETH Unfolding the 8-bit-era» sein. Hier wird ein ganzer Raum 360 Grad mit acht Projektoren bespielt, während die Besucher Nintendo-Games spielen – eine richtig krasse Sache mit viel Aufwand. Am Samstagabend findet «Marioke» statt, ein Karaoke mit Liedern, die man kennt, die aber mit Texten gesunden werden, die spezifisch auf Games zugeschnitten sind. Und in der Ausstellung kann man auf Tuchfühlung mit Gamedesignern gehen und sie zu ihren Spielen befragen.

Mit wie vielen Besuchern rechnen Sie?

Zur Konferenz haben sich schon 250 Fachbesucher angemeldet, ein Erfolg wären 300. Bei der letzten Ausstellung hatten wir 2000 öffentliche Besucher. Da wir mehr auf die Branche fokussieren, wissen wir nicht, ob wir mehr hinbekommen.

Ludicous - Zürich Game Festival

Das Ludicious - Zürich Game Festival findet vom 21. bis 24. Januar auf dem Kasernenareal in Zürich statt. Neben zahlreichen Workshops, Panel-Diskussionen, Pitching-Sessions und Konferenzen werden an der Galanacht der Swiss Game Developers Association die besten Schweizer Spiele ausgezeichnet. Eine öffentliche Ausstellung zeigt rund 40 internationale und einheimische Indie-Games. Getragen wird das Ludicious Game Festival von der Pro Helvetia und der Stadt Zürich. Substantiell unterstützt wird das Festival von Engagement Migros, dem Kanton Zürich sowie der Gebert-Rüf Stiftung.www.ludicious.ch

Dominik Marosi, Organisator des Gamefestivals.

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