Völlig verschlammt: An diesem Teich soll man sich entspannen können

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Völlig verschlammtAn diesem Teich soll man sich entspannen können

Algen, Schleim und Gestank: Seit Jahren verwildert ein Weiher in einem Wohnquartier von Ostermundigen BE. Die vermeintliche Wohlfühloase wird von Anwohnern gemieden.

von
miw

Das umstrittene Seeli von Ostermundigen. (Video: pal/20min)

Der Seepark im bernischen Ostermundigen soll mit seinen Wiesen, Bäumen und einer kleinen Teich-Landschaft zum Verweilen einladen. Ein Naherholungsgebiet inmitten des Berner Vororts also? Mitnichten, wettern Anwohner.

Der Teich stinke, sei ungepflegt und von Algen befallen. «Was soll eigentlich dieser ganze Schleim auf der Wasseroberfläche?» fragt sich eine Spaziergängerin beim Vorbeigehen. Im Moment wirke der verwilderte Weiher eher unappetitlich, meint eine andere. Langjährige Anwohner der Anlage geben an, den Park noch nie wirklich betreten zu haben: «Ich wüsste nicht, was ich in diesem angeblichen Erholungsgebiet verloren hätte», sagt ein ansässiger Familienvater. Und beinahe unisono fragt man sich: «Wann wird hier endlich einmal etwas unternommen?»

Grosses Hickhack um kleinen Teich

Wie Recherchen zeigen, ist der Seepark Ostermundigen seit längerem ein Politikum. Seit Jahren versucht die Gemeinde, den Algen und Wasserpflanzen Herr zu werden. Doch bislang vergeblich: Trotz Sanierungsmassnahmen hat sich die Situation nicht wirklich verbessert.

Für Fachleute aus der Region ist dies unbegreiflich: Den Teich auf Vordermann zu bringen, wäre in ihren Augen keine Hexerei. Doch die Gemeinde sei schlicht zu knausrig, bemängeln sie. «Ideen, wie den Zivilschutz einmal pro Jahr mit einem Boot für Putzarbeiten auf das Seeli zu schicken, zeugen nicht von Kompetenz», so ein Gartenbauer.

«Schluss mit der Verschlammung!»

Die örtliche Behörde verteidigt sich. Der Ostermundiger Gemeinderat Andreas Thomann glaubt, die Ursache der Algen-Pestzu kennen: Der hohe Anteil an Nährstoffen aus dem Grundwasser, kombiniert mit der jeweiligen Wetterlage fördere das Algenwachstum. Thomann: «Für nächstes Jahr sind bereits bauliche Massnahmen geplant, um mittels eines natürlichen Filtersystems die Überdüngung des Sees zu beseitigen.»

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