Pressestimmen: «An eigener Unfähigkeit gescheitert»
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Pressestimmen«An eigener Unfähigkeit gescheitert»

Die Enttäuschung über das Ausscheiden der Schweizer Nati an der WM in Südafrika ist gross. Die Schweizer Medien sparen am Tag nach der Nullnummer gegen Honduras nicht mit Kritik.

von
mon/pre

Es hätte ein Sommermärchen im afrikanischen Winter werden können. Die Schweiz schlägt im WM-Auftaktspiel Europameister Spanien sensationell 1:0. Doch dann folgte der Dämpfer: Ein heftigst umstrittener Schiedsrichter stellte gegen Chile Valon Behrami früh vom Platz - und die Eidgenossen verloren die Partie haarscharf. Ein deutlicher Sieg gegen den vermeintlich schwächsten Gegner Honduras hätte es richten können, doch die Schweizer Ladehemmungen rissen auch im dritten WM-Spiel nicht ab.

Jetzt heisst es für Ottmar Hitzfeld und seine Mannen Koffern packen - mit einem einzigen Tor im Gepäck. Doch immerhin wurde dieses gegen Spanien erzielt. Und: Die Schweizer haben auch nur ein einziges Tor erhalten. Trotz allem überwiegt hierzulande die Enttäuschung, auch in den Medien. «Ein Abgang der weh tut», titelt beispielsweise das «Oltner Tagblatt» und der «Bund» schreibt: «An eigener Unfähigkeit gescheitert». Für den Blick ist das Abschneiden der Schweizer «ein Drama! Ein Traum ist zu Ende».

Enttäuschend war vor allem, dass die Schweizer gegen ein bescheidenes Honduras keinen einzigen Treffer zustande brachte. «Unfähig, ein Tor zu schiessen», analysiert der «Landbote» treffend, «Kein Mittel gegen die Torflaute», titelt das «St. Galler Tagblatt», «Torlos auf die Heimreise» die «Neue Zürcher Zeitung». «Es ist bitter, dass wir gegen defensiv anfällige Honduraner, die teilweise fast blind kontern und hinten alles offen lassen, nicht treffen», verzweifelt der «Blick».

Die Schweizer hätten «spielerisch und nervlich versagt», glaubt der «Tages-Anzeiger». «Sie schafften vor allem eines nicht: clever genug zu spielen, kaltblütig im Abschluss zu sein». Die «Basler Zeitung» bemängelte: «Aus eigener Kraft hätte es die Auswahl von Ottmar Hitzfeld schaffen können, doch diese Kraft war am Ende zu wenig stark». Und die «Neue Zürcher Zeitung» sah die Vermutung bestätigt, dass «eine Equipe nicht von heute auf morgen von verschworenen Widerstandskämpfern zu einer Gruppe harmonierender Kreativköpfe umprogrammiert werden könne». So ist schliesslich auch der «Sieg über Spanien letztlich nutzlos» (Zürichsee-Zeitung) und aus dem Traumstart wurde ein bitteres Ende.

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