Aktualisiert 22.09.2011 22:00

Glattbrugg ZH

An einen verdeckten Ermittler geraten

Ein Bauarbeiter aus Glattbrugg wollte im grossen Stil in das Kokaingeschäft einsteigen. Er traf nicht nur auf einen Drogenchef, sondern auch auf einen verdeckten Ermittler. Am Donnerstag kam der Maurer mit einer bedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten davon.

von
Attila Szenogrady

Es war am 30. September 2009, als die Drogenfahnder in Glattbrugg zuschlugen. Sie verhafteten mehrere Personen und stellten in der Wohnung eines heute 41-jährigen Bauarbeiters rund 180 Gramm Kokain sowie 100 Gramm Marihuana sicher. Zu den weiteren Verhafteten gehörten ein italienischer Drogenhändler aus Glattbrugg sowie ein führender Kopf der berüchtigten Fraumünster-Posträuber. Die Polizei lastete ihnen einen schwunghaften Kokainhandel im zweistelligen Kilobereich an.

Einen sinnlosen «Seich» gemacht

Am Donnerstag musste sich der Bauarbeiter aus Glattbrugg vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten. Der in der Schweiz aufgewachsene Grieche zeigte sich grundsätzlich geständig und zeigte Reue. So habe er einen sinnlosen „Seich" gemacht, schüttelte er den Kopf. Vor zwei Jahren stieg der gelernte Maurer trotz seinen guten finanziellen Verhältnissen in das Kokaingeschäft ein. Dabei wandte er sich zunächst an einen italienischen Ex-Schwager, der zusammen mit einem Weinhändler schon lange im grossen Stil mit den harten Drogen handelte.

Auf verdeckten Ermittler hereingefallen

Allerdings wollte der Glattbrugger nicht nur mit dem Italiener handeln, sondern auch mit einem weiteren Dealer, der grössere Mengen von hochwertigem Kokain zu kaufen vorgab. Allerdings war der vermeintliche Käufer in Wahrheit ein verdeckter Ermittler der Polizei. Der Angeklagte stellte ihm in Aussicht, rund drei Kilogramm Kokain liefern zu können. Zu einem Preis von rund 60 000 Franken pro Kilogramm. Das Geschäft kam aber nicht mehr zustande. Allerdings war der Grieche durch den Kontakt zum V-Mann bereits ins Visier der Fahnder geraten. So bunkerte er 250 Gramm Kokain in seiner Wohnung und belieferte damit mehrere Kundinnen.

24 Monate bedingt

Vor Gericht hatte der Einsteiger Glück. Er kam im Sinne der Anklage mit einer gerade noch bedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten davon. Was bedeutete, dass der Vorarbeiter noch einmal eine letzte Chance erhielt. Die Verteidigung hatte vergeblich 20 Monate bedingt verlangt.

69 Tage hat der Beschuldigte bereits in Untersuchungshaft verbüsst. Er soll zusätzlich eine Busse von 2000 Franken bezahlen. Zudem eine Ersatzforderung des Kantons Zürich von 1000 Franken. Der wegen Drogenkonsums und einer Blaufahrt vorbestrafte Angeklagte beteuerte, dass er sich künftig nur noch auf seine Arbeit konzentrieren wolle. Vom Kokain will er künftig die Hände lassen.

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