Sturm fordert Opfer: An Mittelalterfest von Ast erschlagen
Aktualisiert

Sturm fordert OpferAn Mittelalterfest von Ast erschlagen

Ein schweres Unwetter in Österreich fordert einen Toten und mehrere Verletzte. Ein Mann starb, nachdem er an einem Mittelalterfest von einem Ast getroffen worden war.

Bei einem schweren Unwetter ist in Österreich ein Mann auf einem Mittelalterfest ums Leben gekommen. Eine Sturmbö riss am Samstag im niederösterreichischen Pöchlarn Äste von einem Baum, die in die Menge der Festgäste und auf Zelte fielen.

Dabei wurden 13 Menschen zum Teil schwer verletzt. Der 51-Jährige starb nach Polizeiangaben in der Nacht zum Sonntag in einer Klinik. Der Unfall traf Gäste und Veranstalter unerwartet, wie ein Augenzeuge schilderte.

Zwar habe das plötzliche Gewitter etliche der etwa 400 Festgäste nach Hause getrieben. Einige hätten jedoch weitergefeiert. Andere hätten Zelte und Stände vor dem Unwetter gesichert.

Als der kräftige Wind die Äste vom Baum riss, sei Panik ausgebrochen: «Die Menschen sind um ihr Leben gerannt.» Einige Opfer mussten von der Feuerwehr mit Kettensägen befreit werden.

Auch in anderen Gegenden Österreichs wurden Menschen durch herumfliegende Gegenstände oder herunterstürzende Äste verletzt. Unter anderem wurde in der Nähe von Linz in Oberösterreich ein Bauer von einem Garagentor getroffen.

In Gondeln gefangen

Allein in Niederösterreich mussten die Feuerwehr- und Rettungskräfte 400-mal wegen Sturmschäden ausrücken. Stark betroffen waren auch Oberösterreich, das Salzburger-Land, das Tirol und die Steiermark.

Dort sassen am Sonntag rund 60 Passagiere in einer Gondelbahn fest, niemand wurde verletzt. Im Gewittersturm war ein Baum auf dem Kreischberg in der Steiermark umgekippt und hatte das Seil der Gondelbahn aus der Führung gerissen.

Die Anlage wurde sofort gestoppt, berichtete das österreichische Radio. Am frühen Nachmittag hätten alle Passagiere die Gondeln verlassen.

Angst vor Schlammlawinen

In St. Lorenzen in der Steiermark mussten wegen der Gefahr von Muren etwa 250 Menschen vorsorglich ihre Häuser verlassen. Bereits vor einer Woche hatte eine Schlammlawine die Ortschaft im Paltental verwüstet.

Damals wurden etwa 70 Gebäude von der Schlammlawine erfasst. Ein Mann wurde schwer verletzt. Im etwa 20 Kilometer entfernten Dorf Thörl war ein Mann in einer Schlammlawine gestorben.

Murgänge, Felsstürze und umgestürzte Bäume machten den Österreichern auch an diesem Wochenende zu schaffen: Unter anderem wurde die Brennerstrasse (B182) im Tirol und die Bundesstrasse 166 zwischen Abtenau und Annaberg in Salzburg deswegen zeitweise gesperrt.

Schäden in mehreren Ländern

Starker Regen, Stürme und Hagel richteten seit Samstagabend auch in Tschechien und Polen Schäden an und verursachten Überschwemmungen. Bei Trisov im Süden Tschechiens fuhr ein Personenzug auf einen umgestürzten Baum. Zwei Menschen seien dabei leicht verletzt worden, berichtete die Nachrichtenagentur CTK am Sonntag. In Tschechien waren zudem zehntausende Haushalte ohne Strom.

In Polen wurden mehrere Strassen überschwemmt. Allein in der Wojwodschaft Grosspolen mussten die Feuerwehren gemäss dem TV-Sender Tvn24 zu 150 Einsätzen ausrücken, weil der Sturm Dächer von den Häusern riss, Bäume umknickte und Stromleitungen beschädigte. Auch in der Slowakei tobten in der Nacht zum Sonntag heftige Stürme.

Im deutschen Bundesland Niedersachsen hinterliess eine rund sechzig Meter breite Windhose am Freitagabend grosse Schäden. Der vom Unwetter betroffene Bereich im Stadtgebiet Walsrode um die Ortschaft Südkampen war nach Angaben der Feuerwehr einige Hundert Meter lang.

(sda)

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