Aktualisiert 22.01.2012 23:22

Ökoeffizientere ZukunftAn vorderster Front für die Energiewende

Der Atomausstieg gelingt nur dann, wenn wir Energie sparen und effizient einsetzen. Aber jemand muss uns sagen, wie das geht.

von
Christian Mattli

«Eigentlich ist es eine Katastrophe», sagt Markus Portmann. Der 49-jährige Energieberater ist Vizepräsident des Schweizerischen Fachverbands für Sonnenenergie (swissolar) und auch Vizepräsident der AEE, des Dachverbands der erneuerbaren Wirtschaft.

Die Katastrophe, die er meint: «Uns fehlt es an qualifizierten Fachleuten für die Energieeffizienz und die erneuerbaren Energien. Und das obwohl diese Berufe dank der geplanten Energiewende über hervorragende Perspektiven verfügen.» Darum arbeitet Markus Portmann mit seiner Firma e4plus in Kriens jetzt an Aus- und Weiterbildungsstrategien für Bund und Branchenverbände. Ziel: Die sich öffnende Lücke bei den Energie-Fachleuten soll geschlossen werden. «Unser duales Bildungssystem bietet hervorragende Voraussetzungen dafür», meint Markus Portmann. Baufachleute mit Berufs- oder Meisterprüfung können sich zum Beispiel als Energieberater Gebäude weiterbilden. Absolventinnen und Absolventen einer Lehre mit Berufsmatura finden an den Fachhochschulen ein breites Angebot an Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten.

Zum Beispiel an der Fachhochschule Nordwestschweiz. Am dortigen Institut für Ecopreneurship dreht sich alles um die effiziente Nutzung von Ressourcen. Die Forscherinnen und Forscher tüfteln an innovativen Verfahren, um die industrielle Produktion der Zukunft ökoeffizienter zu machen. «Unsere Stärken sind solide fachliche Kenntnisse sowie die Entwicklung von konkreten Lösungen für die praktische Umsetzung», sagt Professor Frank Pude, der die Aus- und Weiterbildung leitet. Aktuelles Beispiel: Im Rahmen eines internationalen Konsortiums beurteilt das Institut für Ecopreneurship die Umweltauswirkungen im Lebenszyklus sowie die Nachhaltigkeit einer in Entwicklung stehenden organischen Photovoltaikzelle. Die Nachfrage nach den Lehrgängen mit Vertiefung in Umwelttechnologien ist generell gross – egal ob Bachelor, Master oder Weiterbildung.

www.studium-schweiz.ch/de/info/energie-und-bau.html

www.aee.ch

www.fhnw.ch

www.energieeffizienz.ch

So senken Sie den Energieverbrauch

Energiesparen fängt im Kleinen an. Zehn Tipps, wie Sie im eigenen Haushalt den Verbrauch reduzieren können:

• Achten Sie bei Neuanschaffungen von Elektrogeräten auf die Energieeffizienzklasse.

• Schalten Sie nicht benutzte Elektrogeräte ganz aus. Im Zweifelsfall: Stecker ziehen!

• Ersetzen Sie Glühbirnen durch Energiesparlampen. Diese verbrauchen weniger Energie und halten erst noch länger.

• Kochen Sie mit Deckel auf dem Topf. Der Energieverbrauch sinkt um über die Hälfte.

•Drosseln Sie die Heizung. Ein Grad weniger senkt die Heizkosten um sechs Prozent.

• Lüften Sie in Stössen. Wer Fenster angekippt lässt, verschenkt Heizenergie.

• Trocknen Sie Ihre Wäsche so oft wie möglich im Freien oder im Trockenraum.

• Reduzieren Sie die Boilertemperatur auf 60 Grad und drehen Sie das Wasser beim Duschen ab, wenn Sie es nicht brauchen.

• Stellen Sie keine warmen Lebensmittel in den Kühlschrank.

• Füllen Sie die Spülmaschine optimal und benützen Sie ein Sparprogramm.

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