Aktualisiert 09.10.2012 08:22

Canyoning-Drama in AmdenAnbieter war immer gegen schärferes Gesetz

Ausgerechnet jener Anbieter, der die tödliche Canyoning-Tour in Amden anbot, war schon früher gegen ein Gesetz, das die Risikosportart stärker reguliert. Denn Canyoning sei keine «Risikoaktivität».

von
jam

Nach dem tragischen Unglück im Fallenbach bei Amden SG steht die Gefährlichkeit der Risikosportart Canyoning im Fokus. Das war schon einmal so. Nachdem im Juli 1999 im Saxetbach im Berner Oberland bei einem tragischen Unglück 21 junge Menschen von den Fluten mitgerissen und getötet worden waren, wurde der Ruf nach einer Regulierung des Abenteuersports laut. Ein Gesetzesentwurf, der damals in die Wege geleitet wurde, ist aber auch 13 Jahre später nicht umgesetzt worden.

Das liegt an einer Flut von Eingaben, die gegen das geplante Gesetz eingegangen sind – auch und vor allem von Anbietern von Canyoning-Touren. Eine der Eingaben stammt ausgerechnet von der Alpinschule Tödi – dem Veranstalter, der für die Tour vom Sonntag verantwortlich zeichnet. Das enthüllt die Sendung «10vor10» des Schweizer Fernsehens. In ihrer Stellungsnahme, die dem Sender vorliegt, schreibt das Unternehmen, beim Canyoning handle es sich um «keine ‹Risikoaktivität›».

Auf diese Eingabe angesprochen, wiegelt Patrick Stämpfli, Mediensprecher der Alpinschule, ab. Zwischen der Eingabe gegen das Gesetz und dem tragischen Unglück vom Sonntag bestehe kein Zusammenhang. Um solche Unfälle künftig zu vermeiden, sei vielmehr eine bessere Ausbildung der Guides nötig. Der Branchenverband Swiss Outdoors Association hingegen hält eine Regulierung von Canyoning und anderen Risikosportarten auf Gesetzesebene durchaus für notwendig. «Es braucht eine Zertifizierung», sagt Wolfgang Wörnhard, Geschäftsleiter des Verbandes zu «10vor10».

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