Zürichsee: «Anblick berührt und betrübt» – Entenküken suchen im Abfall nach Futter

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Zürichsee«Anblick berührt und betrübt» – Entenküken suchen im Abfall nach Futter

Am Ufer des Zürichsees staut sich an heissen Tagen nicht korrekt entsorgter Müll. Mittendrin: mehrere Entenküken, die nach Nahrung suchen. 

von
Daniel Krähenbühl
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Babyenten schwimmen im verschmutzten Seebecken in Zürich Bellevue am 17.07.2022.

Babyenten schwimmen im verschmutzten Seebecken in Zürich Bellevue am 17.07.2022.

20min/Celia Nogler
Babyenten schwimmen im verschmutzten Seebecken in Zürich Bellevue am 17.07.2022.

Babyenten schwimmen im verschmutzten Seebecken in Zürich Bellevue am 17.07.2022.

20min/Celia Nogler

Darum gehts 

  • Eine Leserin beobachtete am Zürcher Seeufer, wie Entenküken in Abfall nach Essbarem suchten.

  • Sie stört sich am Littering im See.

  • Die Auswirkungen von treibenden PET-Flaschen, Dosen oder Plastikbeuteln auf die Wasserqualität seien weniger problematisch. Tieren könne der Müll jedoch schaden, sagt Entsorgung und Recycling Zürich (ERZ). 

Bei Temperaturen von über 30 Grad strömen zahlreiche Zürcherinnen und Zürcher an die Fluss- und Seepromenaden. Die negativen Auswirkungen davon: An sonnigen Tagen bleibt viel Abfall liegen – sowohl am Ufer, aber auch im Seebecken. Ein News-Scout, der kürzlich an der Seepromenade unterwegs war, machte dort eine unschöne Entdeckung: Mindestens vier Entenküken suchten im Abfall in der Nähe des Seebads Utoquai nach Essbarem.

«PET- und Glas-Flaschen, Dosen, Plastiksäcke und Zigarettenpackungen – schon der viele Müll im See hat mich schockiert», sagt die Leserin (27). Als sie dann die vier Entenküken gesehen habe, habe es ihr die Sprache verschlagen. «Entsetzlich, dass diese armen Tiere dort nach Nahrung suchen. Was, wenn sie am Plastik ersticken?»

Littering kann Tieren schaden

«Der Anblick der Bilder berührt und betrübt», sagt Tobias Nussbaum von Entsorgung und Recycling Zürich (ERZ). Littering störe schon auf Wegen, Wiesen und Plätzen. «Wird Abfall in Gewässer geworfen, ist das eine weitere, äusserst bedenkliche Steigerung.» Obwohl die meisten Leute ihren Abfall korrekt entsorgten, nähmen einige ihre gesellschaftliche Verantwortung nicht wahr und liessen ihn an Ort und Stelle liegen. So würden sie in Kauf nehmen, dass er in einem Gewässer lande. «Oder sie werfen ihn sogar direkt ins Wasser», so Nussbaum.

«Je mehr Leute sich im und am See aufhalten, desto mehr Abfall bleibt zurück – an Land und im Wasser.» Die Auswirkungen von treibenden PET-Flaschen, Dosen oder Plastikbeuteln auf die Wasserqualität seien weniger problematisch. Tieren könne der Müll jedoch schaden: «Wenn Tiere Abfälle verschlucken, beeinträchtigt das ihre Gesundheit unmittelbar», so Nussbaum. ERZ entferne darum täglich Abfälle und herumtreibendes Seegras aus den Stadtgewässern.

Laut Nussbaum kann Littering mit einer Ordnungsbusse von 80 Franken bestraft werden. Die Busse zu vermeiden, sei aber einfach, sagt Nussbaum: «Abfälle können jederzeit kostenlos in den über 4000 öffentlichen Abfallbehältern auf dem Stadtgebiet entsorgt werden.» 

Soll Littering strenger bestraft werden?

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