Uterus duplex: Andreea (26) hat zwei Vaginen und zwei Gebärmütter
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Uterus duplexAndreea (26) hat zwei Vaginen und zwei Gebärmütter

Mit Periodenschmerzen kennt Andreea sich aus: Die 26-jährige Britin hat einen Uterus didelphys – eine angeborene Uterusfehlbildung, bei der Vagina und Gebärmutter doppelt vorkommen.

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Wer ganz genau hinschaut, erkennt auf diesem Ultraschall zwei Vaginen und Gebärmütter. Eine solche Uterusfehlbildung hat auch die 26-jährige Andreea aus Grossbritannien. 

Wer ganz genau hinschaut, erkennt auf diesem Ultraschall zwei Vaginen und Gebärmütter. Eine solche Uterusfehlbildung hat auch die 26-jährige Andreea aus Grossbritannien.

Symbolbild/Wikimedia Commons/Mme Mim/CC BY-SA 4.0
Experten bezeichnen das doppelte Vorkommen als Uterus didelphys oder Uterus duplex. Es ist eine von verschiedenen bekannten Fehlblindungen.

Experten bezeichnen das doppelte Vorkommen als Uterus didelphys oder Uterus duplex. Es ist eine von verschiedenen bekannten Fehlblindungen.

Wikimedia Commons/EternamenteAprendiz/CC BY-SA 4.0

Darum gehts

  • Bei der Britin Andreea kommen Vagina und Gebärmutter gleich zweimal vor.

  • Grund dafür ist eine angeborene Uterusfehlbildung, von Experten Uterus didelphys genannt.

  • Trotz der Dopplung befürchtet die 26-Jährige, keine Kinder bekommen zu können.

Viele Frauen haben während ihrer Periode mit heftigen Schmerzen zu kämpfen. Auch die 26-jährige Andreea aus dem britischen Salisbury. Sie leidet aber doppelt. Denn aufgrund einer angeborenen Uterusfehlbildung sind bei der jungen Frau Vagina und Gebärmutter in zweifacher Ausführung vorhanden. Entsprechend deutlich fallen bei ihr die Regelschmerzen aus.

Die Diagnose Uterus didelphys – oder Uterus duplex, so der Fachausdruck, erhielt Andreea im Alter von 14 Jahren: «Ich wusste, dass ein Gesundheits-Check eine etwas unangenehme Untersuchung beinhaltet, aber ich hatte solche Schmerzen, dass ich den Arzt bitten musste, aufzuhören», erzählte die heute 26-Jährige jetzt der «Daily Mail». Daraufhin habe der Gynäkologe festgestellt, dass die Öffnung ihrer Vagina von Gewebe in zwei Teile geteilt ist. «Er war ziemlich schockiert», erinnert sich Andreea. «Er sagte, das so etwas nur sehr selten vorkomme. Und auch, dass das in meinem Alter kein Grund zur Sorge sei.» Ein Scan habe dann gezeigt, woran sie genau leidet.

Nach der Diagnose verheimlichte die heute 26-Jährige ihre Fehlbildung lange. Doch jetzt will sie in der Öffentlichkeit mehr Bewusstsein dafür schaffen und junge Frauen inspirieren, zu ihrem Körper zu stehen.

Baby hörte auf zu wachsen

Im Alltag komme sie mit den beiden Vaginen und Gebärmüttern gut zurecht und der Uterus didelphys würde sich auch nicht auf ihr Sexleben auswirken. Einzig, die Periodenschmerzen müsse sie in doppeltem Ausmass ertragen, erzählt die heute 26-Jährige: «Ich habe schlimme Periodenkrämpfe, in manchen Monaten krümme ich mich vor Schmerzen und kann mich nicht mehr bewegen.»

Doch eines beschäftigt sie noch mehr als die plagenden Schmerzen: Ob sie jemals Kinder zur Welt bringen kann. Seit mittlerweile sechs Jahren lebe sie in einer festen Beziehung und wünsche sich Nachwuchs. «Ich habe zwei Gebärmütter. Theoretisch könnte ich also schwanger werden, während ich schon schwanger bin, und gleichzeitig zwei Babys bekommen. Aber ich will wissen, ob ich eines sicher austragen kann.» Es sei eine Grauzone und ihre Chancen stünden 50-50.

Andreea hofft weiter, doch ihre Zweifel sind nicht unberechtigt. Denn schwanger ist sie schon einmal gewesen, im Alter von 17 Jahren. Doch das Baby hörte im dritten Monat einfach auf zu wachsen.

Andere Fälle machen Hoffnung

Auch eine andere Britin kannte die Angst, dass ihr Kinderwunsch aufgrund ihrer Uterus-duplex-Diagnose unerfüllt bleiben würde. Allerdings hatte sie sich einer korrigierenden Operation unterzogen, in welcher jene Wand entfernt wurde, die ihre Vaginen trennte. Die beiden Gebärmütter beliessen die Ärzte im Körper der 36-Jährigen. Die wurde trotz der düsteren Prognosen der Mediziner schwanger und brachte im Oktober 2019 eine Tochter zur Welt. Dabei war laut den Ärzten auch viel Glück im Spiel. Denn trotz der erfolgreichen OP besteht eine 90-prozentige Wahrscheinlichkeit, bei einer künftigen Schwangerschaft eine Fehlgeburt zu erleiden.

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(fee, heute.at)

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