Aktualisiert 05.01.2011 17:45

Anschlag auf Kathedrale

Andres Z. soll für drei Monate in U-Haft

Der Staatsanwalt fordert für den Brandstifter von Solothurn mehrere Monate Untersuchungshaft. Die Bischofsweihe wird definitiv nicht in Solothurn stattfinden.

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rn/sda

Der Entscheid fiel nach der Einvernahme vom Mittwochnachmittag: Staatsanwalt Martin Schneider wird für Andres Z. eine dreimonatige Untersuchungshaft beantragen, wie er auf Anfrage von 20 Minuten Online sagt. Über den Inhalt der Einvernahme wollte sich Schneider nicht äussern. Die zuständigen Behörden werden am kommenden Freitag entscheiden, ob sie dem Antrag Schneiders stattgeben wollen, oder ob der 61-jährige Andres Z. freigelassen wird.

Derweil wurde bekannt, dass wegen des gestrigen Feuers die Weihefeier für den neuen Bischof des Bistums Basel, Felix Gmür, definitiv nicht in der St. Ursenkathedrale in Solothurn stattfinden wird. Welche Kirche als Ersatz dienen wird, will das Bistum Basel mit Sitz in Solothurn am morgigen Donnerstag mitteilen. Die Feier soll wie geplant am übernächsten Sonntag, dem 16. Januar, über die Bühne gehen, sagte Dompfarrer Paul Rutz vom Vorbereitungsteam am Mittwoch.

Beim Brand in der St. Ursenkathedrale waren vor allem die beiden Orgelpfeifen-Anlagen durch den Russ stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Die grosse Orgel müsse komplett auseinandergenommen und gereinigt werden, sagte Dompfarrer Rutz.

Kosten von bis zu 400 000 Franken

Die römisch-katholische Kirchgemeinde Solothurn rechnet gemäss Experten mit Sanierungskosten von bis zu 400 000 Franken. Die Kathedrale ist als Bischofskirche das geistliche Zentrum des Bistums Basel.

Am Dienstag hatte Andres Z. in der historischen Kathedrale Feuer gelegt. Er leerte zehn Liter Benzin beim Altar aus und zündete es mit einer Kerze an. Der Brand konnte rasch gelöscht werden. Der geständige Mann, der offenbar psychisch gestört ist, wurde festgenommen.

Brandstiftung im Schwarzenburgerland

Vor einem Jahr hatten Unbekannte in der Kirche Wahlern im bernischen Schwarzenburg vorsätzlich Feuer gelegt. Die 300-jährige Kanzel wurde zerstört und das Gotteshaus durch Rauch- und Russniederschlag stark beschädigt.

Die Sanierungskosten dauern neun Monate und beliefen sich auf rund eine Million Franken. Am ersten Adventsonntag 2010 wurde die beliebte Hochzeitskirche mit einer Feier wiederöffnet.

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