Aktualisiert 28.03.2019 15:42

SCB-Sorgenkind

Andrew Ebbett hat das Toreschiessen verlernt

Der SC Bern braucht am Donnerstagabend in Biel eine Antwort auf die Halbfinal-Heimniederlage zum Auftakt. Andrew Ebbett steht als Sinnbild für ein Team auf Formsuche.

von
Adrian Ruch
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Andrew Ebbett (v.) gibt sich selbstkritisch, zu Beginn der Viertelfinal-Serie gegen Servette habe er wirklich schlecht gespielt.

Andrew Ebbett (v.) gibt sich selbstkritisch, zu Beginn der Viertelfinal-Serie gegen Servette habe er wirklich schlecht gespielt.

Keystone/Laurent Gillieron
Der Kanadier muss derzeit mit vielen Enttäuschungen umgehen. Das war er sich beim SCB bislang im Playoff nicht gewohnt.

Der Kanadier muss derzeit mit vielen Enttäuschungen umgehen. Das war er sich beim SCB bislang im Playoff nicht gewohnt.

Keystone/Alessandro Della Valle
Ebbett ist ein Mann mit grossen Skorerfähigkeiten, doch im Playoff 2019 brachte er es bislang lediglich auf 2 Assists.

Ebbett ist ein Mann mit grossen Skorerfähigkeiten, doch im Playoff 2019 brachte er es bislang lediglich auf 2 Assists.

Keystone/Anthony Anex

Kommt der Frühling, kommt die Bestform von Andrew Ebbett. Darauf konnte man sich beim SC Bern in den letzten drei Saisons verlassen. Der kanadische Mittelstürmer blühte im Playoff jeweils auf, ging als Teamleader und Schwerarbeiter voran und produzierte Skorerpunkte am Laufmeter. Mit 49 Punkten (15 Tore, 34 Assists) in 41 Spielen und einer +16-Bilanz trug er entscheidend dazu bei, dass der SCB 2016 sowie 2017 den Titel holte und 2018 im Halbfinal nur knapp an den entfesselten ZSC Lions scheiterte.

Doch diesmal ist die Frühlingssonne zwar da, aber Ebbetts Bestform lässt auf sich warten. Damit ist der 36-Jährige ein Sinnbild für Kari Jalonens Mannschaft, die derzeit Rätsel aufgibt. In der Qualifikation haben sich die Mutzen durch Konstanz auf hohem Niveau ausgezeichnet, doch im Playoff kommen sie nicht auf Touren.

Wie schon den Viertelfinal gegen Servette haben die Hauptstädter auch den Halbfinal gegen Biel mit einem seltsam blutleeren Auftritt eröffnet, der letztlich zu einer 2:4-Heimniederlage führte. Auch am Tag danach finden die SCB-Exponenten keine einleuchtende Erklärung dafür, weshalb sie derzeit ihre Stärken nicht ausspielen können.

Die Lektion nicht gelernt

«Ich dachte, wir hätten unsere Lektion aus dem Viertelfinal gegen Servette gelernt, doch nach dem ersten Match gegen Biel ist klar, dass dem nicht so ist», gibt Ebbett zu. Zu seinen persönlichen Leistungen sagt er: «In den ersten beiden Partien gegen die Genfer war ich schlecht, doch seit Spiel 3 des Viertelfinals fühle ich mich auf dem Eis gut. In den letzten drei Spielen hatte ich etliche Torchancen. Ich gehe vors Tor, ich sorge für Ablenker, ich hole mir Abpraller, doch der Puck will nicht ins Tor gehen. Ich muss positiv bleiben. Zuletzt gelangen mir immerhin zwei Assists, ich hoffe, sie sind der Anfang einer positiven Entwicklung, die es mir erlaubt, dem Team entscheidend zu helfen.»

Der Optimismus ist dem Center, der 2018 mit Kanada in Südkorea Olympiabronze gewann, nicht abhanden gekommen. Obwohl er seit über einem Monat ohne Erfolgserlebnis dasteht, will er so oft wie möglich aufs gegnerische Tore schiessen, denn Ebbett vertraut auf das Gesetz des Durchschnitts. «Es besagt, je öfter du schiesst, desto höher ist die Trefferwahrscheinlichkeit», erzählt er und fügt an: «Wenn du mit Schiessen aufhörst, gelingt dir bestimmt kein Tor.»

Die Zuversicht nicht verloren

Nicht nur bei Ebbett, auch bei einigen anderen vermeintlichen Leistungsträgern des SCB ist derzeit der Wurm drin. Dennoch glaubt er fest daran, der Halbfinal gegen den EHC Biel werde aus Stadtberner Sicht ein gutes Ende finden. «Im Playoff reüssiert, wer härter arbeitet und den grösseren Siegeswillen an den Tag legt. Und ich bin überzeugt, dass wir das sein werden.» An der Einstellung des Musterprofis wird es bestimmt nicht scheitern. Doch findet er nicht bald seine Bestform, könnten für ihn und seine Mitspieler beim SC Bern schon bald die Sommerferien beginnen.

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