Andy Roddick Sieger im Kampf der Titanen

Aktualisiert

Andy Roddick Sieger im Kampf der Titanen

Andy Roddick (USA/6) hat den Drittrunden-Schocker im Australian Open gegen Marat Safin (Russ/26) für sich entschieden. Der US-Open-Finalist rang den Champion von 2005 nach mehr als drei Stunden in vier Sätzen nieder.

Der Erfolg von «A-Rod» war vollumfänglich verdient. Der Amerikaner bestätigte seine Fortschritte auf der Rückhand und punkto Geduld. Er war von der Grundlinie aus beständiger als Safin, der allerdings schon zehn Sätze in den Beinen hatte und auch ruhiger war als der immer wieder ausbrechende «Vulkan aus Moskau». In beiden Tiebreaks war Roddick auch eiskalt und gewann sie jeweils 7:2. In der zweiten Kurzentscheidung brachte Safin bei vier Punkten keinen einzigen Return ins Feld.

Roddicks Leistung wird einen Mann ganz besonders gefreut haben: James Scott Connors. Der 54-Jährige, selber achtfacher Major- Champion, hatte in der Vorwoche seine Mutter Gloria zu Grabe getragen und sich auf diese 3. Runde hin doch noch entschieden, den langen Flug nach Australien auf sich zu nehmen, um seinen Schützling zu unterstützen. Immerhin ist er nun nicht nur für eine Runde an die Stätte seines Triumphs von 1974 gereist. Roddick war voll des Lobes für Connors: «Er war grossartig. Dass er nach dem, was er in den letzten Wochen durchgemacht hat, in den Flieger gestiegen ist, heute Morgen hier ankam und den ganzen Tag wach geblieben ist, macht es sehr speziell.»

Connors ist sicher hauptverantwortlich dafür, dass aus dem in Texas wohnhaften Mann aus Nebraska wieder ein ernsthafter Anwärter auf grosse Titel geworden ist. Der ehemalige Vorzeigekämpfer hat es geschafft, Roddicks ohne Zweifel vorhandenes Potenzial wieder zu aktivieren. In den vier Grand-Slam-Turnieren vor dem letzten US Open hatte Roddick nur gerade fünf Matchgewinne totalisiert. Seither steht seine Zwischenbilanz schon wieder bei acht; einziger Bezwinger ist Roger Federer.

Auf den Weltranglisten-Ersten könnte er im Halbfinal wieder treffen; beiden Spielern fehlen noch zwei Siege. Zuerst bekommt es Roddick aber mit Mario Ancic (Kro/9) zu tun, im Viertelfinal könnte der Stolperstein Mardy Fish oder David Ferrer (Sp/16) heissen. Letzterer holte gegen Radek Stepanek (Tsch/20) einen Zwei-Satz- Rückstand auf.

Gasquet gewann das Derby

Im dritten Knaller des Tages landete Richard Gasquet (Fr/18) den erwarteten Sieg im Duell gegen seinen Landsmann Gaël Monfils. Die beiden «enfants prodiges» der stolzen Tennis-Nation spielen seit der Jugendzeit oft gegeneinander, und Gasquet hatte aufgrund seiner technischen Überlegenheit oft Vorteile. Der Kampfgeist und Siegeswille des Baghdatis-Bezwingers lassen für die Zukunft einiges erwarten. Gasquet misst sich nun mit Tommy Robredo (Sp/7), der in zwei Wochen zum Davis Cup in Genf erwartet wird.

Schon am Freitagmittag hatte das Sternenbanner wieder etwas stärker im Wind geflattert als auch schon. Serena Williams (WTA 81) kam gegen Nadia Petrowa (Russ/5) nach einem 1:6, 3:5-Rückstand zurück und packte dabei phasenweise wieder einmal ganz grosses Tennis aus.

Serena Williams' starkes Comeback erstaunt, wenn man bedenkt, dass sie im gesamten letzten Jahr nur gerade vier Turniere bestritten hatte und in der Vorwoche beim Tier-IV-Turnier in Hobart an der bescheidenen Sybille Bammer gescheitert war. «Ich stand mit dem Rücken zur Wand, wollte aber nicht so früh ausscheiden», sagte Williams mit der ihr eigenen Selbstverständlichkeit nach dem ersten Sieg gegen eine Top-Ten-Spielerin überhaupt seit ihrem Titelgewinn vor zwei Jahren, als sie im Endspiel Lindsay Davenport bezwungen hatte. Im Achtelfinal trifft das Kraftpaket auf Jelena Jankovic (Ser/11), die Aufsteigerin der letzten sechs Monate.

Kein russischer Tag

In allen vier Einzeln des Tages in der Rod Laver Arena waren Russ(inn)en involviert, und stets unterlag ein Vertreter der Tennis- Sbornaja. Nebst Michail Juschni, Safin und Petrowa scheiterte auch Maria Kirilenko (Russ/26). Die Traumfrau vieler Männer, die am Donnerstag ihren 20. Geburtstag feiert, unterlag Landsfrau Swetlana Kusnezowa. Das Riesenreich in Osteuropa stellt aber immer noch eine stattliche Vertretung. Freitagnacht waren immer noch zwei Männer und sechs Frauen in den Haupttableaux vertreten.

Melbourne. Australian Open. Grand-Slam-Turnier (15,68 Mio. Dollar/Hart).

Männer-Einzel, 3. Runde:

Roger Federer (Sz/1) s. Michail Juschni (Russ/25) 6:3, 6:3, 7:6 (7:5).

Andy Roddick (USA/6) s. Marat Safin (Russ/26) 7:6 (7:2), 2:6, 6:4, 7:6 (7:2).

Tommy Robredo (Sp/7) s. Sam Querrey (USA) 6:4, 6:7 (5:7), 6:2, 6:1.

Mario Ancic (Kro/9) s. Dominik Hrbaty (Slk/22) 6:3, 6:2, 6:1.

Novak Djokovic (Ser/14) s. Danai Udomchoke (Thai) 6:3, 6:4, 5:7, 6:1.

David Ferrer (Sp/16) s. Radek Stepanek (Tsch/20) 6:7 (5:7), 4:6, 6:0, 6:4, 6:3.

Richard Gasquet (Fr/18) s. Gaël Monfils (Fr) 6:0, 4:6, 7:5, 6:3.

Mardy Fish (USA) s. Wayne Arthurs (Au) 3:0 w.o.

Achtelfinal-Tableau:

Federer (1) - Djokovic (14), Gasquet (18) - Robredo (7), Fish - Ferrer (16), Ancic (9) - Roddick (6); Nalbandian (8)/Grosjean (28) - Mayer/Haas (12), Berdych (13)/Tursunow (21) - Santoro/Dawydenko (3), Blake (5)/Ginepri - Hewitt (19)/Gonzalez (10), Murray (15)/Chela - Wawrinka (31)/Nadal (2).

Frauen-Einzel, 3. Runde:

Amélie Mauresmo (Fr/2) s. Eva Birnerova (Tsch) 6:3, 6:1.

Swetlana Kusnezowa (Russ/3) s. Maria Kirilenko (Russ/26) 6:1, 6:4.

Serena Williams (USA) s. Nadia Petrowa (Russ/5) 1:6, 7:5, 6:3.

Jelena Dementjewa (Russ/7) s. Maria Elena Camerin (It) 6:1, 6:3.

Nicole Vaidisova (Tsch/10) s. Katarina Srebotnik (Sln/21) 6:4, 6:4.

Jelena Jankovic (Ser/11) s. Victoria Asarenka (WRuss) 6:3, 6:4.

Shahar Peer (Isr/16) s. Tatiana Golovin (Fr/20) 3:6, 7:5, 7:5.

Lucie Safarova (Tsch) s. Anastasia Jakimowa (WRuss) 6:3, w.o.

Achtelfinal-Tableau: Scharapowa (1)/Garbin (30) - Swonarewa (22)/Ivanovic (13), Tschakwetadse (12)/Kostanic - Molik/Schnyder (8), Clijsters (4)/Bondarenko (29) - Harkleroad/Hantuchova (15), Safina (9)/Li (19) - Nakamura/Hingis (6); Serena Williams - Jankovic (11), Peer (16) - Kusnezowa (3), Dementjewa (7) - Vaidisova (10), Safarova - Mauresmo (2).

Frauen-Doppel, 1. Runde: Francesca Schiavone/Patty Schnyder (It/Sz) s. Jelena Lichowzewa/Jelena Wesnina (Russ/13) 4:6, 7:6 (7:2), 6:1.

(si)

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