Lausanne: Angeblicher Heiler zockt Grosi um 186'000 Fr. ab
Aktualisiert

LausanneAngeblicher Heiler zockt Grosi um 186'000 Fr. ab

Eine Grossmutter aus Lausanne hat kein Geld mehr auf dem Konto. Sie ist einem Mann aus Guinea auf den Leim gekrochen.

von
C. Humbert/bz
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Seine Gebete ...

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Maurice Ascani
... und seine heiligen Mittel ...

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Mustafagull
... würden ihren Enkel beschützen, versprach der Marabout aus Guinea.

... würden ihren Enkel beschützen, versprach der Marabout aus Guinea.

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Seine Gebete und seine heiligen Mittel würden ihren Enkel beschützen, versprach der Marabout aus Guinea. Der islamische Heiler brachte eine Grossmutter aus Lausanne so weit, dass sie für seine Dienste ihr gesamtes Konto plünderte und ihm Geld lieh.

Der im Dezember festgenommene Marabout steht unter Verdacht, bei ihr nach mehreren Überweisungen total 186'000 Franken abkassiert zu haben. Auch Komplizen des Marabouts sollen vom Geldsegen profitiert haben. Die Grossmutter liess er im Glauben, dass die überwiesenen Summen als Garantie dienten und ihr zurückerstattet würden.

Kennengelernt im Internet, Treffen im Luxushotel

Die Lausannerin hatte den Afrikaner über das Internet kennengelernt. Erstmals traf er die Dame im Januar 2018 in einem Lausanner Luxushotel, als er sich als Tourist in der Schweiz aufhielt. Dabei kassierte er 9000 Franken ab. Bis auf seine Aufenthalte in Guinea zwischen Februar und März 2018 pflegten sie weiterhin Kontakt.

Der Mann bestreitet die Vorwürfe. Dem widersprechen laut dem Staatsanwaltschaft jedoch Telefonangaben, Rechnungsbelege, Zahlungsbelege der Bank, Einkaufsbelege und Ausweispapiere, die zahlreiche illegale finanzielle Transaktionen zeigen.

Weitere Opfer in Frankreich

Sein Anwalt Adrien Gutowski fordert den Freispruch seines Klienten. Der Marabout bot eine Kaution von 6000 Franken an, die aus einer Sammlung stammen. Da Flucht- und Absprachegefahr besteht, ging das Kantonsgericht aber nicht darauf ein.

Dem seit dem 26. Dezember verhafteten Marabout droht voraussichtlich eine mindestens einjährige Haftstrafe. Ausserdem werden noch weitere Personen dem Guineer zum Opfer gefallen sein. Da der Beschuldigte eine Aufenthaltsbewilligung in Frankreich hat, ermittelt die Schweizer Justiz auch in Frankreich.

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