Grenchener Mordfall: Angehrn: «Er war als Verkäufer nicht erfolgreich»
Aktualisiert

Grenchener MordfallAngehrn: «Er war als Verkäufer nicht erfolgreich»

Ex-Boxer und Bios-Life-Vertriebspartner Stefan Angehrn stand im Kontakt mit dem Grenchner Mordopfer Margrit Dubey und kannte auch den Spitzensportler P.S., Tatverdächtiger im Grenchner Mordfall. Mit 20 Minuten Online sprach er über diese Bekanntschaft.

Der Grenchner Schenkkreis-Mord ist aufgeklärt. Wie die Polizei gestern mitteilte, wurden vier Tatverdächtige verhaftet. Unter ihnen: Spitzensportler P.S., mehrfacher Schweizer Meister im Hammerwerfen und Olympia-Teilnehmer im Jahr 2004. Auch er vertrieb wie die Ermordete Margrit Dubey eine Zeit lang Bios-Life-Produkte. Beide hatten einen gemeinsamen Bekannten: Stefan Angehrn, Ex-Boxprofi und Vertriebspartner für die Bios-Life-Wundermittelchen. 20 Minuten Online fragte Stefan Angehrn, in welcher Beziehung er zum Tatverdächtigen P.S. stand. Das Interview wurde schriftlich geführt und musste von der Firma Bios Life autorisiert werden.

20 Minuten Online: Herr Angehrn, Sie kennen P.S. als Vertriebspartner von Bios-Life-Produkten. Welchen Eindruck hinterliess er bei Ihnen?

Stefan Angehrn: Auf mich machte er einen freundlichen, netten Eindruck. Ich traf ihn drei- oder viermal im letzten September und habe ihn seither nicht mehr gesehen. Da wollte er ein Geschäft aufbauen mit den Produkten von Bios-Life.

Trauen Sie ihm Gewalttätigkeit zu?

Nein, so was traut man niemandem zu.

Wie erfolgreich war P.S. mit dem Verkauf von Bios-Life-Produkten?

Leider gar nicht erfolgreich, sonst wäre er sicher immer noch dabei geblieben.

Wissen Sie, ob P.S. in Beziehung stand zu illegalen Schenkkreisen?

Das entzieht sich meiner Kenntnis.

Wie hat die Firma Bios Life auf die Vorkommnisse in Grenchen reagiert?

Bios Life hat in einer offiziellen Stellungnahme allen Partnern deutlich gemacht, dass sie aggressiv vorgehen und jeden diskussionslos entlassen werde, der illegalen Aktivitäten nachgeht. Das finde ich auch richtig so.

Haben Sie das Gefühl, dass die Geschichte um die ermordete Grenchner Familie Ihrem eigenen Image geschadet hat?

Nein, denn ich hatte ja niemals was damit zu tun. Ich finde es allerdings schon fragwürdig, wie weit die freie Interpretation der Medien in solchen Dingen geht! Schliesslich ist ja nicht jeder so stark wie ich und verkraftet den ganzen Medienrummel.

(kbr)

Dreifachmord in Grenchen

Am Freitagabend, 5. Juni wird die Familie Dubey in ihrer Wohnung in Grenchen ermordet. Schnell ist klar: Ehefrau Margrit Dubey organisierte illegale Schenkkreise, bei dem es um hohe Geldsummen ging. Zudem handelte sie mit umstrittenen Nahrungsergänzungsprodukten namens Bios Life. Dann der Durchbruch: Am Dienstag, 23. Juni gibt die Polizei die Verhaftung von vier Personen bekannt. Darunter sind eine Schweizerin (48) und zwei Schweizer (24, 32) aus dem Kanton Aargau sowie ein Deutscher (36) aus dem Kanton Luzern. Bei dem 32-Jährigen Aargauer soll es sich laut Medienberichten um einen ehemaligen Profisportler handeln, der als Hammerwerfer unter anderem an den Olympischen Spielen teilgenommen hat. Ein Teilgeständnis liegt laut Solothurner Polizei bereits vor. (meg)

Gegen vierten Täter Untersuchungshaft angeordnet

Im Dreifachmord bleibt auch der vierte mutmassliche Täter wegen Verdunkelungsgefahr für eine längere Dauer in Untersuchungshaft. Das Haftgericht des Kantons Solothurn fällte auf Antrag der Staatsanwaltschaft das entsprechende Urteil.

Dies gab Sabine Husi, stellvertretende Oberstaatsanwältin des Kantons Solothurn, am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA bekannt. In Untersuchungshaft sitzen demnach eine 48-jährige Schweizerin sowie zwei Schweizer im Alter von 32 und 24 Jahren. Sind sind alle im Kanton Aargau wohnhaft. (sda)

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