03.11.2014 15:16

Basler StrafgerichtAngeklagte bestreiten Gruppen-Schändung

Drei Jugendliche sollen eine junge Frau mehrfach geschändet haben. Die mutmasslichen Täter sprechen von einvernehmlichem Sex – obwohl das Opfer stark alkoholisiert war.

von
bro
Die drei jungen Männer standen am Montag vor dem Basler Strafgericht.

Die drei jungen Männer standen am Montag vor dem Basler Strafgericht.

Mit Whatsapp-Nachrichten und einem Video der Tat liefern sich drei junge Männer gleich selbst ans Messer. Sie werden beschuldigt, den betrunkenen Zustand einer jungen Frau in Basel ausgenutzt und sie zu Hause mehrfach geschändet zu haben. Noch während das Opfer wehrlos dalag, prahlten sie mit der Tat in einem Gruppen-Chat und verhöhnten die junge Frau: «Bitte lueget hahahahhahaa mir hend die zerstört, alde.» Vor Gericht bereuten die Angeklagten sowohl die Nachrichten als auch das Video, sprachen aber von einvernehmlichem Sex.

Opfer mit 1,3 bis 3,8 Promille

Dies, obwohl beim Opfer nachweislich am folgenden Tag um 17 Uhr noch ein Alkoholwert von 0,78 Promille in einem Atemtest nachgewiesen werden konnte. Experten gehen gemäss der Basler Staatsanwaltschaft deshalb davon aus, dass das Opfer, das die beiden Schweizer und ein Türke auf der Strasse aufgegriffen hatten, zwischen 1,3 und 3,8 Promille intus gehabt haben muss, als die Männer sich mehrmals an ihr vergingen.

Als wichtiger Beweispunkt entpuppte sich der Hinweis eines der Beschuldigten, sie solle sich die Pille danach besorgen, was der Angeklagte vor Gericht auch zugab. «Wenn es sich um einvernehmlichen Geschlechtsverkehr handelte, dann müsste man die Frau ja nicht darauf aufmerksam machen», sagte der Gerichtspräsident im Zuge des Beweisverfahrens. Alle drei praktizierten ungeschützten Sex.

«Menschenverachtendes» Verhalten

Der Staatsanwalt bezeichnete die Angeklagten als «menschenverachtend» – auch deshalb, weil die drei Jugendlichen dem Opfer noch Geld aus der Tasche stahlen. Auch der Umstand, dass die mutmasslichen Täter betrunken gewesen seien, könne nicht als Schuldminderung geltend gemacht werden – nicht nur aufgrund der eindeutigen Nachrichten, sondern auch deshalb, weil sie geistesgegenwärtig noch die ausgetauschten Telefonnummern vom Handy des Opfers löschten. Gefordert werden deshalb für die gemeinsam begangene Schändung eine Freiheitsstrafe von viereinhalb respektive in einem Fall von viereinviertel Jahren. Das Urteil wird für Dienstag erwartet.

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