Vatileak: Angeklagter Priester aus Gefängnis entlassen
Aktualisiert

VatileakAngeklagter Priester aus Gefängnis entlassen

Priester Vallejo Balda steht nur noch unter Hausarrest. Gegen seine Mitarbeiterin Francesca Chaouqui läuft der Prozess wegen Veröffentlichung vertraulicher Dokumente aus dem Vatikan.

von
afo
Die Angeklagten im Fall «Vatileaks»: Die italienischen Journalisten Gianluigi Nuzzi und Emiliano Fittipaldi, PR-Beraterin Francesca Chaouqui und Priester Angelo Lucio Vallejo Balda (v. l.) während ihres Prozesses im Vatikan. (24. November 2015)

Die Angeklagten im Fall «Vatileaks»: Die italienischen Journalisten Gianluigi Nuzzi und Emiliano Fittipaldi, PR-Beraterin Francesca Chaouqui und Priester Angelo Lucio Vallejo Balda (v. l.) während ihres Prozesses im Vatikan. (24. November 2015)

Keystone/L'Osservatore Romano

Wie der Vatikan am 23. Dezember mitteilte, wurde Lucio Ángel Vallejo Balda am Vortag eine Wohnung im Kirchenstaat zugewiesen. Der spanische Priester, der wegen der mutmasslichen Weitergabe geheimer Dokumente aus dem Vatikan angeklagt wurde, ist zwar aus dem Gefängnis entlassen worden, steht aber unter Hausarrest und darf den Vatikan nicht verlassen. Vallejo Balda war im November zusammen mit seinen Mitarbeitern Francesca Chaouqui und Nicola Maio festgenommen worden.

Prozess nur ein Manöver?

Gegen sie und die Journalisten Emiliano Fittipaldi und Gianluigi Nuzzi begann am 24. November ein Prozess wegen Diebstahls und Veröffentlichung vertraulicher Dokumente. Es drohen jeweils bis zu acht Jahre Haft. Vallejo Balda wirft Chaouqui vor, sie habe ihn zu den Straftaten verführen wollen, was diese zurückweist. Die Journalisten sollen die Geheimdokumente von Chaouqui und Vallejo Balda bekommen haben, die zusammen mit Maio früher für eine von Papst Franziskus eingerichtete Wirtschaftsprüfungskommission arbeiteten.

Nuzzi bezeichnet den Prozess als Manöver, um die Aufmerksamkeit von «peinlichen Enthüllungen über eine Kaste der Privilegierten» abzulenken. Ein Gesetz zum Schutz von Informanten existiert im Vatikan nicht. (afo/sda)

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