Mithäftling getötet: Angeklagter will bald sterben

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Mithäftling getötetAngeklagter will bald sterben

Der verwahrte Sexualmörder, der im Januar 2008 in der Strafanstalt Pöschwies einen Mitgefangenen tötete, ist geständig.

Der Angeklagte, der unter Medikamenten stand, machte vor dem Zürcher Obgergericht einen apathischen Eindruck, seine Erzählungen waren sehr langsam. Die Verhandlung musste auch einmal unterbrochen werden, damit der Angeklagte seine Medikamente nehmen konnte. Er habe das Opfer nicht töten wollen, sondern ruhigstellen, sagte er.

Der verwahrte Sexualmörder selber sieht für sich keine Zukunft mehr. Seit 16 Jahren leide er unter Hepatitis C. Die Krankheit lässt er aber nicht behandeln, damit er bald stirbt, wie er weiter ausführte. Er will auch nicht mehr in die Freiheit.

Opfer sexuell missbraucht

Der Mann hatte in der Strafanstalt Pöschwies heimlich Medikamente gesammelt. Am 27. Januar 2008 wollte er mit dem 25-jährigen Mitgefangenen einen Deal machen: Zigaretten gegen einen Medikamenten-Cocktail.

Dazu kam es aber nicht: Dem Opfer wurde es kurz nach Einnahme des Cocktails schlecht und er schlief in der Zelle des Angeklagten ein. Der heute 51-Jährige fesselte den Schlafenden darauf an Händen und Füssen, knebelte ihn und fing an, ihn sexuell zu missbrauchen. Dabei erwachte das Opfer und fing an zu schreien.

Nun bekam der Angeklagte Angst, dass die Aufseher kommen würden, wie er während der Verhandlung weiter ausführte. Er würgte das Opfer, bis dessen Kehlkopf brach und der Mitgefangene erstickte.

Urteil am Abend erwartet

Die Verhandlung vor Obergericht wird am Nachmittag mit den Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung weitergeführt. Gegen Abend soll dann das Urteil eröffnet werden.

Der Angeklagte ist wegen Mordes und versuchter sexueller Nötigung verwahrt. Er hatte 1982 einen 14- und 1993 einen 13-jährigen Schüler sexuell missbraucht und getötet. Heute ist er im Sicherheitstrakt in der Strafanstalt Lenzburg untergebracht.

(sda)

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