Umweltskandal Blausee : Angeliefertes Material in Steinbruch «bewusst falsch deklariert»
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Umweltskandal Blausee Angeliefertes Material in Steinbruch «bewusst falsch deklariert»

Die Firma Vigier hat ihren Zwischenbericht zur Causa Blausee veröffentlicht. Einen Zusammenhang zwischen dem Fischsterben und dem Steinbruch schliesst sie weiter aus.

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Der Blausee im Berner Kandertal ist ein weltbekanntes Instagram-Sujet.

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Durch mysteriöses Forellensterben wurde man auf die illegale Verschmutzung eines Steinbruchs am Blausee aufmerksam. 

Durch mysteriöses Forellensterben wurde man auf die illegale Verschmutzung eines Steinbruchs am Blausee aufmerksam.

Blausee AG
In diesem Steinbruch soll illegal Abfall deponiert worden sein. 

In diesem Steinbruch soll illegal Abfall deponiert worden sein.

Beat Mathys / Tamedia 

Jahrelang haben verschiedene Unternehmen aus der ganzen Schweiz im Steinbruch oberhalb des Blausees giftigen Bahnschotter entsorgt. Nun hat die Steinbruch-Betreiberin Vigier einen Zwischenbericht zur internen Untersuchungen veröffentlicht, wie die «Berner Zeitung» berichtet. Grossmehrheitlich sei «als unverschmutzt deklariertes Aushub- und Ausbruchmaterial sowie Gleisaushub» deponiert worden, schreibt das Unternehmen.

Stärker verschmutzter Gleisaushub sei ordnungsgemäss in geeignete Deponien transportiert und dort entsorgt worden. Allerdings gibt es laut Vigier Hinweise, dass geringe Mengen des angelieferten Aushub- und Ausbruchmaterials «möglicherweise bewusst falsch deklariert angeliefert wurden». Daher habe man die Kontrollen zwischenzeitlich verschärft und die Zusammenarbeit mit einem Transportunternehmen beendet.

Weiter hätten laut dem Zwischenbericht Wasserproben stets unbedenkliche Werte ergeben. Von einer Gefährdung der Umwelt sei nach heutigem Wissensstand nicht auszugehen, so Vigier. Einen Zusammenhang mit dem Fischsterben schliesst die Firma daher weiter aus.

Umweltskandal Blausee

Im September 2020 wurde bekannt, dass die Betreiber des Insta-Hotspots im Berner Oberland Strafanzeige eingereicht hatten. Dies, nachdem es mehrmals zu einem grösseren Fischesterben in der Forellenzucht gekommen war. Die Blausee AG vermutet einen Zusammenhang mit Altschotter aus dem Lötschberg-Scheiteltunnel, der bis Mitte Juni 2020 in einer Kiesgrube beim Blausee abgelagert wurde. Erst später wurde bekannt, dass auch andere Firmen illegal giftige Güter im Steinbruch entsorgt hatten. Der Steinbruch ist keine Deponie und somit nicht gesichert gegen Umweltgifte. Zudem liegt die Grube in einer Gewässerschutzzone und einem sensiblen Grundwassergebiet.

(sul)

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