Aktualisiert 06.03.2005 23:22

Angeschossene Sgrena widerspricht US-Armee

Die nach ihrer Befreiung angeschossene Journalistin Giuliana Sgrena (56) widerspricht der Darstellung der USA über das Unglück.

Das Auto, in dem sie mit dem Geheimdienstbeamten Nicola Calipari sass, sei nicht schnell gefahren, schrieb sie gestern in ihrer Zeitung «Il Manifesto». Auch habe es keine Warnsignale von Seiten der US-Soldaten gegeben. Sgrena in dem Artikel: «Ich erinnere mich nur an das Feuer. Kugeln regneten auf uns nieder und brachten die fröhlichen Stimmen für immer zum Schweigen.» Calipari habe sich schützend über sie geworfen und «ich spürte seinen letzten Atemzug, als er starb.» In diesem Moment habe sie sich an die Worte ihrer Entführer erinnert, die sie zu grösster Vorsicht ermahnt hätten, «weil die Amerikaner nicht wollen, dass du zurückkehrst». Die US-Armee erklärte, die Soldaten hätten versucht, den Wagen mit Handsignalen, Lichtblitzen und Warnschüssen zum Anhalten zu bewegen.

Der in eine italienische Flagge gehüllte Sarg Caliparis traf gestern an Bord einer Militärmaschine in Rom ein. Zugegen waren neben Caliparis Witwe und den beiden Kindern auch Staatspräsident Carlo Azeglio Ciampi und Ministerpräsident Silvio Berlusconi. Die Autopsie ergab, dass Calipari von einer Kugel in die Schläfe getroffen wurde und sofort tot war. Er soll posthum die Tapferkeitsmedaille und heute ein Staatsbegräbnis bekommen.

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