Aktualisiert 22.04.2014 13:46

TierquälereiAngeschossener Schwan lässt sich nicht einfangen

Ein Pfeil steckt im Kopf eines Schwans vom Luzerner Seebecken. Bisher scheiterten alle Versuche, das Geschoss zu entfernen. Jetzt wird der unbekannte Schütze gesucht.

von
Daniela Gigor
Ein Unbekannter hat diesem Schwan einen Pfeil in den Kopf geschossen.

Ein Unbekannter hat diesem Schwan einen Pfeil in den Kopf geschossen.

Mehrere Zentimeter lang ist der Pfeil, den ein Schwanenweibchen im Kopf stecken hat. Entdeckt hat dies Leser-Reporter Nico Hunkeler am Ostersonntag, als er am Luzerner Seebecken flanierte: «Es ist pervers, ein Tier so zu quälen», ärgert sich Hunkeler. Der Schwan habe bestimmt Schmerzen. «Ich finde es fies, wenn ein Tier so leiden oder sogar verenden muss», sagt Hunkeler weiter. Er habe versucht, das Tier mit Brot in seine Nähe zu locken. Dies misslang, weil der Schwan apathisch reagierte. Obwohl das Tier gewollt habe, habe es das Brot nicht fressen können. In der Folge rief Hunkeler die Polizei an: «Sie erklärten mir, dass man den Fall der Wasserpolizei melden und dem Ganzen auf jeden Fall nachgehen werde.»

Unbekannter Täter wird angezeigt

Hunkelers Schwester Nora schaute am Sonntagabend und am Montagmorgen noch einmal nach dem Tier. «Ich informierte am Montag die Wasserpolizei», sagt Nora Hunkeler. Diese sei im Laufe des Morgens ausgerückt, doch es gelang nicht, das Tier einzufangen.

Am Montagnachmittag rückte auch Philipp Amrein, Fachleiter Jagd und Fischerei im Kanton Luzern, gemeinsam mit der Wasserpolizei aus, um das Tier einzufangen. «Wir sahen den Schwan und der Verdacht bestätigte sich, dass ein Pfeil auf ihn abgefeuert wurde», sagt Amrein auf Anfrage von 20 Minuten. Wiederum sei versucht worden, das Tier einzufangen. Dies sei jedoch misslungen, weil der Schwan trotz Pfeil im Kopf in einer stabilen gesundheitlichen Verfassung sei und aufs Wasser flüchtete.

Nun werde der Schwan täglich von der Wasserpolizei beobachtet, um entsprechend reagieren zu können. Laut Amrein könnte es dem Schwan gar gelingen, den Pfeil selbst zu entfernen. Trotzdem sei klar, dass mit einer illegalen Waffe ein geschütztes Tier gejagt wurde. Amrein: «Darum werden wir bei der Staatsanwaltschaft Strafanzeige gegen unbekannt einreichen.»

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