29.03.2020 15:06

Schlatt TG«Angesteckt dürfen wir nicht mehr produzieren»

Was tun, wenn Bauern weder auf Wochenmärkten noch bei Restaurants ihre Ware an den Mann bringen können? Umdenken. Gemüsebauer Andreas Vollenweider erzählt, wie er Corona trotzt.

von
bd

Gemüseproduzent Andreas Vollenweider im Interview. (Video: BRK News)

Gemüsebauer Andreas Vollenweider aus Schlatt TG verkauft seine Produkte eigentlich auf Wochenmärkten etwa in Winterthur oder Schaffhausen. Zudem beliefert er Restaurants. Doch beides fällt nun wegen des Coronavirus aus. Doch Jammern ist keine Option. Stattdessen hat er die Öffnungszeiten seines Hofladens angepasst. Statt wie bisher an Werktagen ab 17 Uhr, hat der Laden nun ganztags geöffnet. Die Rechnung scheint aufzugehen. «Das Angebot wird geschätzt, auch wenn es nur regionale und saisonale Produkte gibt», so Vollenweider.

Aktuell ist das Treibhaus voll mit Salaten, die bald geerntet werden müssen. «Falls wir keinen Abnehmer finden, ist das traurig», sagt Vollenweider. Er habe aber keine Angst, dass der Salat von den Leuten nicht gegessen werde, die Frage sei nur, wie er zu den Leuten kommt. Selbst ausliefern sei keine Option. «Wenn wir uns dadurch anstecken, dürfen wir nicht einmal mehr produzieren.»

Neu lanciertes Projekt hilft regionalen Bauern

Hier kommt das neu lancierte Projekt Ess-Box ins Spiel. Dieses versorgt Bewohner in und um die Region Schaffhausen mit frischem regionalen Obst und Gemüse. Das Projekt ist laut den Verantwortlichen nicht gewinnorientiert. Ziel ist es, die Gesundheit der Bevölkerung, die zuhause bleibt, zu schützen und Produzenten wie Vollenweider zu unterstützen.

Laut Vollenweider reichen diese Massnahmen aktuell, dass er das produzierte Gemüse an den Mann bringen kann. Wie es langfristig aussehe, wisse niemand.

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