Aktualisiert 20.10.2011 21:29

Grosser VerlustAngestellte klauen wie die Raben

Laut einer neuen Studie sind Angestellte im Schweizer Detailhandel diebischer als ihre Kollegen in Deutschland oder Österreich. Innert eines Jahres entwendeten sie Waren im Wert von 240 Millionen Franken.

von
daw

Trotz Videoüberwachung, Ladendetektiven und elektronischer Artikelsicherung: Zwischen Juli 2010 und Juni 2011 verlor der Schweizer Detailhandel rund 800 Millionen Franken wegen Langfingern. Dies zeigt das fünfte globale Diebstahlbarometer des britischen Forschungsinstituts Centre for Retail.

Überraschend: 30 Prozent des Verlustes gehen auf das Konto unehrlicher Mitarbeiter, die Waren aus Regalen oder Lagern stehlen. Damit sind sie im Schnitt diebischer als die Detailhandelsangestellten in Österreich oder Deutschland. Laut Heinz Schibli, Präsident der Vereinigung für Sicherheit im Detailhandel, stehlen Mitarbeiter etwa, indem sie Produkte über den Scanner heben oder Bekannte begünstigen. «Solche Diebstähle sind ein grosses Problem, da sie das Betriebsklima vergiften.» Das sichergestellte Diebesgut stehlender Mitarbeiter ist laut der Studie in Europa durchschnittlich 14-mal wertvoller als jenes «gewöhnlicher» Ladendiebe.

Doch gemäss Schibli sind auch die Ladendiebstähle von Passanten und organisierten Banden stetig am Steigen. «Viele Filialen auf dem Land und in der Stadt stellen diesen Trend fest.» Ein Grund dafür sei, dass die Überwachung der immer grösseren Filialen schwieriger sei. Dies bestätigt die Studie: Die Verluste des Detailhandels durch verschwundene Waren stiegen um 4% auf ein Zehnjahreshoch. Bei den Dieben besonders beliebt sind Rasierartikel, Parfüms, aber auch Käse oder Fleischwaren.

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