Rentner-Tötung: Angreifer müssen für je über 15 Jahre hinter Gitter
Aktualisiert

Rentner-TötungAngreifer müssen für je über 15 Jahre hinter Gitter

Zwei Männer sind schuld am Tod eines Rentners aus Ostermundigen. Das Gericht spricht sie der vorsätzlichen Tötung schuldig.

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miw/sda
Im Regionalgericht Bern-Mittelland wurde das Verbrecher-Trio verurteilt.

Im Regionalgericht Bern-Mittelland wurde das Verbrecher-Trio verurteilt.

Keystone/Lukas Lehmann

Die beiden Männer, die im Herbst 2013 ein Rentner-Ehepaar in dessen Wohnung in Ostermundigen verprügelt und beraubt haben, müssen für längere Zeit ins Gefängnis: Ein Dominikaner wurde zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 16 Jahren, sein Schweizer Komplize zu 15 Jahren und 4 Monaten Haft verurteilt. «Wer ältere Leute derart brutal zusammenschlägt, nimmt deren Tod in Kauf», sagte Gerichtspräsident Martin Müller am Donnerstagmorgen bei der Urteilseröffnung.

So wurden der 31-Jährige und der 25-Jährige der vorsätzlichen Tötung des Rentners, der versuchten vorsätzlichen Tötung von dessen Ehefrau sowie des Diebstahls und des versuchten einfachen Raubes schuldig erklärt. Auch die 37-jährige Dominikanerin, die sich im sechstägigen Prozess vor dem Regionalgericht Bern-Mittelland als Anstifterin hatte verantworten müssen, wurde von der Justiz für schuldig erklärt: Die in Biel wohnhafte Mutter erhält eine bedingte Freiheitsstrafe von 13 Monaten.

«Wir sind der Überzeugung, dass unsere Urteile schuldangemessen und gerecht sind», hiess es von Seiten des Gerichts. Das gesamte Verfahren sei auch an den zuständigen Ermittlern und Richtern nicht spurlos vorbeigegangen – die Aktenfotos des verschlagenen Ehepaars seien haften geblieben. «Ein unbescholtenes Ehepaar zu traktieren, ist unverständlich», sagte der Gerichtspräsident.

Nach der Tat an Herzinfarkt verstorben

Die Gewalttat ereignete sich im November 2013. Die beiden verurteilten Männer hatten es eigentlich auf den Nachbarn des Ehepaars im oberen Stock des Mehrfamilienhauses abgesehen. Die am Donnerstag verurteilte Frau hatte die beiden Männer angestiftet, bei ihrem Ex-Partner einzubrechen und sich notfalls mit Gewalt einen Pass zu besorgen. Maskiert und mit einer Eisenstagne bewaffnet, suchten die Männer die Wohnung auf. Nachdem dort niemand die Tür öffnete, gingen die Täter im unteren Stock auf das Ehepaar los. Dabei eskalierte die Situation.

Sowohl der Rentner wie auch seine in der Wohnung schlafende Ehefrau wurden mit Faustschlägen traktiert. Dabei wurde das ältere Paar schwer verletzt. Die Frau verlor zeitweise das Bewusstsein. Erst an das Eintreffen der Sanitätspolizei kann sich die Frau im Nachhinein erinnern. Ihr 73-jähriger Mann verstarb zwei Tage nach der Tat an einem Herzinfarkt. Medizinische Gutachten zeigen: Das Opfer litt wegen der Tat an starkem psychischen und physischen Stress, der Tod stehe so im direkten Zusammenhang mit dem Angriff. Für den Verlust des Ehemannes und für die gesundheitlichen Schäden wird der Ehefrau eine Genugtuung von insgesamt 55'000 Franken zugesprochen. Die gemeinsame Tochter des Paares, ebenfalls Privatklägerin, erhält für den Tod des Vaters eine Genugtuung von 15'000 Franken.

Gegen das Urteil können Staatsanwaltschaft und Verteidigung Berufung einlegen, somit würde das Verfahren in eine nächste Runde gehen

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