Hacker am Werk: Angriff auf Polizei-Webseite kam aus der Türkei
Aktualisiert

Hacker am WerkAngriff auf Polizei-Webseite kam aus der Türkei

Die Spuren des Hacker-Angriffs auf die Stadtpolizei Zürich führen in die Türkei. Die Attacke entpuppt sich eher als Bubenstreich denn als ernstzunehmenden Angriff.

von
Adrian Müller

Hacker «Burak» sorgte gestern für Schlagzeilen, indem er die Seite der Zürcher Stadtpolizei und weitere Webauftritte hackte. Für einen Zürcher Hacker-Experten ist klar: «Die Seiten wurden zufällig ausgewählt – hinter den Attacken stehen wahrscheinlich so genannte Script-Kiddies.» Darunter versteht er jüngere Hacker, welche mit ihren Angriffen bloss Sicherheitslücken aufzeigen wollen und keinen Nutzen aus dem Hack ziehen.

Oft verwendeten diese sogar kopierte Scripts, mit welchen sie die Attacken ausführen. Für die Hacker seien die gefundenen Sicherheitslücken eine Art Trophäensammlung, mit welchen sie in Hacker-Communitys wie «zone-h.org» beeindrucken wollen, meint der Experte.

Spuren führen in die Türkei

Die Aussagen des Experten passen zu den Hinweisen eines türkischsprachigen 20-Minuten-Users: Laut seinen Recherchen führen die Spuren der Stapo-Hacker in die Türkei: Burak ist offenbar Mitglied der türkischen Hacker-Community «1923turk.org.» Die Gruppe hackt laut dem User Webseiten und hinterlässt jeweils ihre Unterschrift.

In der Türkei biete die Organisation sogar unentgeltliche Beratung an, wie man Webseiten noch sicherer macht. Weiter führe die Gruppe im Internet einen eigentlichen Krieg gegen Rassismus, Fundamentalismus und gegen türkenfeindliche Internetseiten. Die Zahl 1923 ist das Gründungsjahr der Türkei.

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