Aktualisiert 17.03.2020 21:49

«Diabotical»Angriff der knallbunten Eier-Kampfroboter

Arena-Shooter galten als eines der ersten E-Sport-Genres. Heute spricht praktisch niemand mehr davon. Das ist eine Chance für «Diabotical».

von
Marc Gerber

20 Minuten spielt die Closed-Beta von «Diabotical». (Video: MAG)

Sie gehören zu den Grossvätern des E-Sports. Arena-Shooter wie «Quake 3 Arena» und der Game-Klassiker «Unreal Tournament» kurz «UT99». Spätestens mit dem 2004er-Update von «UT» sind Arena-Shooter in Vergessenheit geraten. Grund: Die Konkurrenz im Shooter-Bereich wie «Counter-Strike» begeisterte die Massen mehr.

Simpel, aber kompliziert

Das Prinzip eines Arena-Shooters ist schnell erklärt: Eine kleine Map, Power-ups und explosive Waffen. Mehr braucht es nicht, um in verschiedenen Modi den Gegnern das Fürchten zu lehren. Im E-Sport spielten die Clans meist Team-Deathmatch (wer mehr Gegner ausser Gefecht setzt, gewinnt), Capture the Flag (klau die Flagge der Gegner) und Duell (1 gegen 1). Klingt einfach, ist es jedoch nicht. Es ist die Summe aller Teile: Im Spiel muss man Gegner treffen, die Geschwindigkeit aufrechterhalten und dazu Items sammeln, um stärker zu werden.

Spielt das noch irgendjemand?

Der letzte grosse Arena-Shooter, der veröffentlicht wurde, war «Quake Champions» im Jahr 2017. Mit dem Release kamen auch die Turniere. Doch es gab ein Problem. Zwar spielten E-Sportler den Arena-Shooter, die Masse hielt vom neuen «Quake» aber herzlich wenig, die Zuschauer fehlten. Weltweit spielen am Abend um die 1000 Leute «Quake Champions», das Spiel ist praktisch tot.

Aufwind dank «Diabotical»?

Für die «Diabotical»-Macher könnte die aktuelle Ausgangslage eine Chance sein. Die Entwickler um den «Quake»-Profi James «2GD» Harding kopieren grosszügig beim Vorbild. Ob Rocket-Launcher oder Railgun, die Waffen ähneln «Quake», und wer schon mal einen Arena-Shooter gespielt hat, fühlt sich sofort zu Hause.

Der Entwickler GD Studio macht trotzdem einiges anders: Anstatt in düsteren Maps mit satanischen Zeichen und Metalsound im Ohr ist die Umgebung deutlich fröhlicher. Dazu verzichtet der Entwickler auf jegliches Blut und es kämpfen Eier-Roboter gegeneinander, die man auch noch selber anmalen und mit Klebern verzieren kann. Klingt nach Kindergeburtstag, passt aber perfekt in den Zeitgeist von «Fortnite» und Co.

Spiel zielt viele Fans an

Die Closed-Beta läuft und das ehemalige Kickstarter-Projekt schlägt hohe Wellen in der Streaming-Community. Sowohl der ehemalige «CS:GO»-Profi Mike «Shroud» Grzesiek als auch «Quake»-Legende und CPL-Gewinner Johnathan «Fatal1ty» Wendel spielen «Diabotical» und loben es in den höchsten Tönen. Vor allem das schnelle Gameplay, die unzähligen Modi und das Anmalen der Eier kommt bei den Pro-Gamern gut an.

Auch 20 Minuten hat einen Closed-Beta-Key bekommen und zieht eine sehr positive Bilanz. «Diabotical» könnte die letzte Hoffnung sein, dass der Arena-Shooter wiederbelebt wird.

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