Aktualisiert 24.02.2020 14:01

FC LiverpoolDie Liverpooler Rekordjagd in der Meisterschaft

Während Liverpool in der Champions League in Rücklage ist, ist ihnen die Meisterschaft kaum mehr zu nehmen. Eine verrückte Saison in Zahlen.

von
mro
Aussenverteidiger erster Güte: Andy Robertson und Trent Alexander-Arnold haben einen grossen Anteil an Liverpools Supersaison. (Bild: Getty Images)

Aussenverteidiger erster Güte: Andy Robertson und Trent Alexander-Arnold haben einen grossen Anteil an Liverpools Supersaison. (Bild: Getty Images)

Jetzt probiert es also Atlético Madrid. Dieses fast unmögliche Ding möglich zu machen. Liverpool zu bezwingen. Einmal gelang es den Rojiblanca. Im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League letzte Woche gewannen die Madrilenen 1:0. Sonst haben die Reds seit dem Sommer erst dreimal verloren. Einmal im Penaltyschiessen des Community Shield gegen Manchester City. Dann gegen Aston Villa im League Cup. Und gegen Napoli in der Champions League. Sonst? Siege, Siege und Siege, dazu drei Unentschieden.

Liverpool ist in der Premier League so weit enteilt, dass es wahrscheinlich froh ist um etwas Abwechslung. Und mit Atlético kommt ja nicht irgendwer, die Madrilenen sind derzeit Tabellendritter in Spanien. Diego Simeone ist der Trainer des Champions-League-Finalisten von 2014 und 2016, er ist bekannt für seine harte und defensive Spielweise. Und Liverpool mit Jürgen Klopp, das ist geballte Offensivpower.

In der vergangenen Saison sagte Klopp, die Premier League sei ihm wichtiger als die Champions League. Zu diesem Zeitpunkt betrug die Durststrecke in der Königsklasse bald 14 Jahre. Jene in der heimischen Liga aber bereits 29 Jahre. 1990 wurden die Reds letztmals englischer Meister, die Premier League gab es da noch nicht. Nun, 30 Jahre nach diesem Titel, ist Liverpool auf dem Weg Grosses zu erreichen. Das ist die verrückte Premier-League-Saison Liverpools in Zahlen:

1. Punkte

Genk geht gegen Liverpool unter

Die Highlights der Partie Genk gegen Liverpool.

0 Niederlagen musste Liverpool bisher hinnehmen. Letztmals verlor das Team von Jürgen Klopp am 3. Januar 2019 in der Liga. Das war gegen Manchester City. Und es war das Spiel, das Liverpool 2018/19 den Titel kostete.

2 Punkte gab Liverpool in dieser Saison erst ab. Dafür reichte ein Unentschieden gegen Manchester United. Im Old Trafford gab es ein 1:1, Adam Lallana rettete die Reds in der 85. Minute. Sonst würde vor diesem Absatz eine 3 stehen.

19 Punkte Vorsprung weist Liverpool nach 26 Spieltagen auf Manchester City auf. Bei einem Spiel weniger. Die Reds werden, wenn sie so weitermachen, nicht nur den Rekord der Skyblues mit den meisten Punkten in einer Saison (100, 2017/18) knacken, sie werden auch mit dem höchsten Vorsprung Meister. City distanzierte damals Verfolger und Stadtrivale United um 19 Punkte. Und: Gewinnt Liverpool einfach weiter, wird es am 7. März Meister sein. So früh wie noch kein anderes Premier-League-Team. Übrigens: Manchester United wurde 1997 mit 75 Punkten Meister. Liverpool steht jetzt schon bei 76.

2. Siege

25 Mal gewann Liverpool in der Saison 2019/20. Und die Spielzeit ist ja erst 26 Partien alt. Es bleiben also noch zwölf Spiele. Gewinnt Liverpool alle, hat es den Rekord für die meisten Siege in einer Saison gebrochen. Um ihn zu brechen, fehlen noch acht Siege. Denn Manchester City, der Rekordhalter, schaffte es gleich zweimal, in einer Saison 32 Spiele zu gewinnen, 2017/18 und 2018/19.

17 Siege hat Liverpool seit dem eingangs erwähnten Unentschieden gegen United aneinandergereiht. Einen mehr holte Manchester City zwischen August und Dezember 2017. Am Silvesterabend gab es damals ein 0:0 gegen Crystal Palace, Rekord war es trotzdem. Um diesen einzustellen, braucht Liverpool einen Sieg gegen West Ham, um City zu überholen einen weiteren gegen Watford am 29. Februar.

43 Spiele sind seit der Niederlage gegen Manchester City im Januar 2019 vergangen. Seither ist Liverpool ungeschlagen. Das ist gut, sehr gut sogar, aber noch nicht der Rekord. Der gehört Arsenal London. Die legendären «Invincibles» um Thierry Henry blieben zwischen Mai 2003 und Oktober 2004 sogar 49 Spiele ohne Niederlage. Liverpool darf also die nächsten sechs Spiele nicht verlieren, will es hier gleichziehen. Die Gegner: West Ham, Watford, Bournemouth, Everton, Crystal Palace und zum Abschluss die Meisterprüfung: Manchester City.

3. Tore

15 Gegentore haben die Reds bisher kassiert. Es wird eng mit dem Rekord. Unter José Mourinho gab es für Chelsea 2004/05 ebenfalls nur 15 Gegentore. In den letzten zwölf Partien der Saison dürfte Liverpool also keines mehr bekommen, um mit den Londonern gleichzuziehen.

61 Tore hat Liverpool in den bisherigen 26 Spielen erzielt. Und das ist nicht einmal der Topwert der Liga, City schoss bereits sieben mehr. Und auch sonst wird es ganz schön schwierig, diesen Rekord zu knacken. Citys Bestleistung aus der Saison 2017/18 liegt bei ganzen 106 Treffern. Liverpool müsste also in den verbleibenden zwölf Spielen im Schnitt 3,75 Tore erzielen, um auf diesen Wert zu kommen.

4. Spieler

10 Tore hat Trent Alexander-Arnold seinen Mitspielern bereits aufgelegt. Erst ein Verteidiger kam in einer Saison auf mehr: Trent Alexander-Arnold. Der junge Engländer könnte also seinen eigenen Rekord brechen. Allerdings: Weitet man diesen auf alle Positionen auf dem Spielfeld aus, muss Alexander-Arnold noch gehörig Gas geben. Keiner schaffte nämlich bisher mehr Assists in einer Saison als Thierry Henry. Der Franzose kam 2002/03 auf 20 Torvorbereitungen.

12 Mal blieb Goalie Alisson Becker in dieser Saison ohne Gegentor. Er verpasste aber insgesamt auch acht Partien, sieben wegen einer Wadenverletzung, eine wegen einer Rotsperre. Das dürfte ihn einen Platz in den Geschichtsbüchern kosten. Zumindest vorerst. Petr Cech blieb für Chelsea in der Saison 2004/05 während 24 Partien ungeschlagen. Becker darf nun also kein einziges Tor mehr kassieren.

32 Siege in Serie feierte Mohamed Salah schon. Der Ägypter war beim 1:1 gegen Manchester United verletzt und so datiert sein letzter Punktverlust vom 3. März 2019, da spielte Liverpool auswärts bei Everton 0:0. Diese 32 Spiele mit der vollen Ausbeute sind Rekord in der Premier League. Salahs ärgste Verfolger sind derzeit die Teamkollegen James Milner mit 24 und Joe Gomez mit 23 Siegen. Auch sie spielten nicht gegen Manchester United.

5. Trainer

5 Mal wurde Jürgen Klopp in dieser Saison zum Trainer des Monats gekürt. Bei total sechs vergebenen Auszeichnungen. Nur einmal, im Oktober, da schnappte ihm Chelseas Frank Lampard die Ehrung vor der Nase weg. Es war der Monat, in dem Liverpool auch das einzige Mal nicht gewann. Klopp wurde nun bereits acht Mal zum Trainer des Monats ausgezeichnet. Das bringt ihn auf Rang 4 der ewigen Bestenliste. Nur Sir Alex Ferguson (27), Arsène Wenger (15) und David Moyes (10) kommen auf mehr. Pep Guardiola übrigens, der Trainer von Manchester City steht bei sieben Awards, José Mourinho bei drei.

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