Aktualisiert 01.02.2010 10:33

Tablet-PC

Angriffe an zwei Fronten

Gleich zwei Konkurrenten schiessen nach Apples iPad-Vorstellung in Richtung Cupertino: Adobe rüffelt Apple wegen der fehlenden Flash-Unterstützung des iPads, Fujitsu streitet sich mit dem IT-Konzern um den Markennamen.

iPad: Steve Jobs bei der Präsentation am Mittwoch

iPad: Steve Jobs bei der Präsentation am Mittwoch

Wie 20 Minuten Online berichtete, hat Apples am Mittwoch präsentierter Tablet-PC einige Schwächen. Wie das iPhone beherrscht er kein Multitasking, hat zu wenig Speicher und unterstützt nicht die Animationssoftware Flash. Hintergrund ist unter anderem, dass Entwickler eigene Flash-Applikationen schreiben könnten, die den Apps aus Apples Angebot gefährlich werden könnten, weil Nutzer dann nicht mehr auf den App Store angewiesen wären. Ohne darauf einzugehen, hat Adrian Ludwig vom Hersteller Adobe nun Apple nun wegen der fehlenden Flash-Unterstützung in einem Blogeintrag scharf kritisiert: «Besitzer eines iPads werden keinen vollwertigen Zugriff auf Webinhalte haben. Sie werden rund 70 Prozent der Games und drei Viertel aller Netz-Videos nicht nutzen können.» Zudem könne man sich die von Apple im ePub-Format angebotenen Bücher, Zeitschriften und Magazine nicht auf anderen Geräten anschauen. «Es sieht so aus, als würde Apple seinen Geräten weiterhin Restriktionen auferlegen, welche Kunden und Anbieter einschränken», bemängelte Ludwig unter Anspielung auf iPod und iTunes Store. Allerdings liess er unerwähnt, dass Vimeo und YouTube bereits Videoplayer testen, die auf HTML5 basieren daher kein Flash benötigen. Hinzu kommt, dass Mozilla im dritten Release Candidate des mobilen Browsers Firefox für Maemo die Unterstützung von Plugins deaktiviert hat, weil Adobes Flash-Plugin den Browser auf vielen Seiten zu sehr verlangsame, wie es im offiziellen Blog der Stiftung heisst. Das auf Linux basierende Betriebssystem Maemo läuft auf dem Nokia N900 und dem N810.

Nicht nur von Adobe wird Apple attackiert. «Der Markenname iPad gehört uns», sagte Fujitsu-Sprecher Masahiro Yamane der New York Times. 2003 hatte das japanische Unternehmen in den Vereinigten Staaten einen tragbaren PC für Lebensmittelläden auf den Markt gebracht. Sein Name: Fujitsu iPAD. Ein erster Versuch, sich die Marke zu sichern, war Anfang 2009 gescheitert. Im Juni 2009 wagte Fujitsu einen zweiten. Eine Entscheidung der zuständigen US-Behörde steht noch aus. Apple hat bis Ende Februar Zeit, zu reagieren. Wie es im Bericht weiter heisst, verkauft Siemens unter dem Markennamen Motorenteile, die kanadische Dessousfirma Coconut Groove bietet Büstenhalter an, die so heissen. Apple hat sich bislang nicht geäussert. (hst)

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