Emotionales Spiel für Sulejmani: «Angst haben wir nicht» – so wollen die Young Boys Ajax schlagen
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Emotionales Spiel für Sulejmani«Angst haben wir nicht» – so wollen die Young Boys Ajax schlagen

Im Achtelfinal der Europa League treffen die Young Boys auf Ajax Amsterdam. Der Schweizer Meister ist topmotiviert, doch kann er gegen den niederländischen Top-Club bestehen?

von
Nils Hänggi

Sulejmani spielte fünf Jahre lang für Ajax. Nun denkt er an diese Zeit zurück.

Youtube/Young Boys 

Darum gehts

  • Am Donnerstagabend spielt Ajax Amsterdam gegen die Young Boys.

  • Die Berner sind heiss auf den Achtelfinal in der Europa League.

  • Vor allem für Miralem Sulejmani wird es ein spezielles Spiel werden.

  • Der Ajax-Coach lobt derweil den Schweizer Meister.

Die Vorfreude, sie ist gross. Bei den Fans, bei Coach Gerardo Seoane, bei den Spielern. Silvan Hefti meint vor der Achtelfinal-Partie gegen Ajax Amsterdam etwa: « Das ganze Team freut sich. Es ist mega, gegen so eine Mannschaft spielen zu können. In mir drinnen spüre ich eine sehr grosse Vorfreude.» Sein Coach ist der gleichen Meinung, er sagt: «Es ist grossartig, dass wir im Achtelfinal stehen. Wir spielen gegen einen Top-Gegner. Wir sind ambitioniert. Doch wir wissen, dass es zwei ausserordentliche Leistungen braucht.»

Und damit hat der umworbene YB-Trainer wohl recht. Ajax ist eine Top-Mannschaft. Der Kaderwert beträgt 335 Millionen Euro – zum Vergleich: YB hat einen Marktwert von 55 Millionen Euro. Zwölf Akteure sind Nati-Spieler. Topscorer ist der Serbe Dusan Tadic. Der Flügelspieler steht bereits bei 23 Scorerpunkten. Wie will also Seoane die Niederländer schlagen? Was ist sein Matchplan? Der Coach erklärt: «Wir müssen kompakt, aggressiv und solidarisch auftreten. Zugleich dürfen wir unsere eigenen Qualitäten nicht vergessen: Wenn wir den Ball haben, müssen wir mutig nach vorne spielen, selbst etwas kreieren.» Aber nicht nur das. Er verlange von seinen Spielern auch, teils den Ball zu halten, um das Spiel zu beruhigen.

Ajax-Coach warnt vor den Young Boys

Seoane hat also einen Plan. Ob er aufgeht? Am Donnerstagabend wird man es wissen. Tatsache ist: Die Aufgabe, sie wird schwer. Schliesslich hat Ajax eine Tormaschine, die rund läuft. In der heimischen Meisterschaft verbuchen die Niederländer im Schnitt 3,16 Tore pro Spiel. Das weiss auch der Berner Coach. «Eigentlich haben wir nicht gerne die Aussenseiter-Rolle. Wir machen gerne das Spiel», so Seoane. Aber in den europäischen Wettbewerben sei es klar, dass man nicht immer der Favorit sei. Er stellt aber klar: «Angst haben wir nicht! Leverkusen haben wir auch geschlagen.»

Eine Tatsache, der sich Ajax sehr wohl bewusst ist. So lobt Erik ten Hag den Schweizer Meister vor der Partie. Insbesondere die Mentalität hebt er hervor. «YB ist eine Einheit, die sehr direkt spielt», so ten Hag. «Wenn die YB-Spieler angreifen, ist es wie ein Raubüberfall.» Auch gibt der Coach zu, dass sich sein Team Tipps von Peter Bosz geholt habe. Der Leverkusen-Trainer war der Vorgänger von ten Hag bei Ajax.

Emotionale Rückkehr für Sulejmani

Es ist also alles angerichtet. Die Partie kann steigen. Beide Teams sind heiss. Doch vielleicht gibt es da jemanden, der noch heisser ist als die anderen. Miralem Sulejmani. «Es wird mega. Ich habe lange nachgedacht, welches Gefühl ich haben werde, wenn ich da reingehe. Ich habe keine Antwort gefunden. Ich weiss nur: Es wird sicher speziell sein. Ich war fünf Jahre in Amsterdam. Das ist eine lange Zeit. Aber jetzt bin ich in Bern. Und mit YB will ich in Amsterdam den besten Fussball zeigen», so der YB-Star.

Dass es für ihn eine emotionale Affiche wird, ist verständlich. Sulejmani war bei Ajax nicht irgendein Spieler. Er wechselte im Sommer 2008 von Heerenveen nach Amsterdam. Für den damals 19-Jährigen legte Ajax 16 Millionen Euro auf den Tisch. Vereinsrekord! «Ich war doch nur ein Spieler, der von Club A nach Club B ging. Ehrlich. Da wurde viel geschrieben über die Transfersumme. Aber das hat mich nie interessiert. Ich wollte Fussball spielen. That’s it. Ich hatte Höhen und Tiefen. Aber das gehört zum Fussball dazu.» Mit Ajax wurde der 32-Jährige dreimal Meister, einmal Cupsieger, bestritt 158 Spiele (38 Tore, 30 Assists). Und: «Amsterdam hat auch deshalb einen speziellen Platz in meinem Herzen, weil ich dort 2011 erstmals Vater geworden bin.»

Doch wird er spielen? Seoane will sich dazu nicht äussern. Angesprochen darauf meint er nur: «Miralem wird sicherlich ein Spieler sein, der eine wichtige Rolle spielen wird. Ob von Anfang oder nicht, kann ich noch nicht sagen.»

YB ohne Goalie von Ballmoos

Nachdem sich YB-Goalie David von Ballmoos im Spiel gegen Vaduz eine Hirnerschütterung zugezogen hat, wird er in der Europa League nicht zur Verfügung stehen. Wie der Club mitteilt, tritt der 26-Jährige die Reise nach Amsterdam nicht an. Im Tor gegen die Niederländer steht also Routinier Guillaume Faivre. Dieser hat bereits internationale Erfahrungen. In der Saison 2013/14 spielte er für Thun gegen Rapid Wien, Dynamo Kiew und den KRC Genk. (fss)

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