Parteispenden: Angst um Blochers Millionen
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ParteispendenAngst um Blochers Millionen

In der SVP wird nach der denkwürdigen Fraktionssitzung vom letzten Dienstag mit harten Bandagen gekämpft. Die Blocher-Befürworter drohen jetzt Parteikollegen offen mit den grosszügigen Spenden, die aus dem Portemonnaie Blochers stammen und die bald fehlen könnten.

Dass die Fraktion entschied, den Namen Christoph Blocher als möglichen Bundesratskandidaten nicht zu nennen, verärgert die Blocher-Fraktion nachhaltig. Verschiedene Exponenten drohen nun den Abweichlern damit, dass Blocher die finanzielle Unterstützung der SVP kappt.

Mehrere Millionen Franken

Mehrere Parlamentarier bestätigen gegenüber der Zeitung «Sonntag», Nationalrat Theophil Pfister habe ihnen gegenüber betont, es stünden zehn bis zwölf Millionen Franken auf dem Spiel. Damit konfrontiert, sagt Pfister: «Es ist nicht undenkbar, dass ich eine Zahl nannte.» Es sei ihm aber um etwas anderes gegangen: «Ich musste ihnen sagen: 'Um was geht es eigentlich? Wir können nicht auf die Unterstützung von Christoph Blocher verzichten. Wir müssen am gleichen Strick ziehen.'»

Auch Toni Bortoluzzi spielte die Drohkarte Finanzen aus. Er hielt Parlamentariern Einzahlungsscheine vor die Nase und sagte: «Jetzt könnt ihr selber zahlen.» Bortoluzzi bestätigt das. «Ich war wütend», sagt der Nationalrat. «In meiner Wut ging ich zu Ulrich Giezendanner, hielt ihm einen Einzahlungsschein vom Komitee '2× Nein zu mehr Drogen' hin und sagte: 'Jetzt kannst ja du ein paar hunderttausend Franken zahlen.'»

Ein Job für Christoph Blocher

Hinter den Kulissen sucht der engste Kreis der SVP-Spitze eine Lösung für Christoph Blocher. Er soll Manager für den Wahlkampf 2011 werden. Entsprechende Gespräche wurden mit Blocher bereits geführt. Blocher soll sich damit nicht mehr dem politischen Tagesgeschäft widmen, wie er dies zurzeit als Vizepräsident und Chef Strategie tut. Sondern dem wichtigen Mittelfristprojekt Wahlen 2011.

Parteipräsident Toni Brunner bestätigt diese Recherchen indirekt. «Verschiedene Szenarien sind denkbar. Christoph Blocher gehört für mich mit seiner Erfahrung und seinem Leistungsausweis unbestritten in den Bundesrat. Dort könnte er für unsere Schweiz am meisten bewirken», betont Brunner gegenüber «Sonntag» zwar noch immer. Aber er fügt auch hinzu: «Bleibt dieser Weg versperrt, so hätte ich Christoph Blocher am liebsten als SVP-Wahlkampfmanager im Jahr 2011.»

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