Aktualisiert 16.05.2010 16:45

Mysteriöses VerschwindenAngst um Leben der Bankiersfrau wächst

Mittlerweile schliessen die Ermittler aus, das die Entführung der Bankiersfrau inszeniert sein könnte. Die Familie setzt eine hohe Belohnung aus.

Die entführte Bankiersfrau Maria B.

Die entführte Bankiersfrau Maria B.

In einem verzweifelten Kampf gegen die Zeit hat ein Grossaufgebot an Polizisten am Sonntag die Suche nach der entführten Bankiersfrau aus dem schwäbischen Heidenheim fortgesetzt. Die 54-Jährige ist nach Einschätzung der Ermittler inzwischen in einer lebensbedrohlichen Lage. Entweder ist sie schon die ganze Zeit in der Gewalt eines Entführers, der sich nicht mehr meldet, «oder sie ist in einer hilflosen Lage und kann sich nicht selbst versorgen», wie ein Polizeisprecher sagte.

Von der Frau fehlte auch am Sonntag noch jede Spur. Den letzten Kontakt mit ihr hatte es am Mittwochvormittag bei einem Anruf der Entführer bei ihrem Mann gegeben. Am Freitag waren ihr Auto und ihr Handy gefunden worden. Ob die seit Donnerstag laufende und am Sonntagnachmittag noch andauernde Suche am Montag fortgesetzt werden sollte, stand zunächst nicht fest. Die Aktion erstreckt sich auf ein etwa 13 mal 15 Kilometer grosses Gebiet, also rund 200 Quadratkilometer, wie Polizeisprecher Horst Baur dem DAPD sagte. Spekulationen, wonach die Entführung nur inszeniert worden sein könnte, wies der Polizeisprecher zurück: «Eine Vortäuschung können wir ausschliessen», betonte er.

Bislang 250 Hinweise aus der Bevölkerung

Die Familie der Frau setzte unterdessen eine Belohnung von 50.000 Euro für Hinweise aus, die zur Freilassung der 54-Jährigen führen, wie die Polizeidirektion Heidenheim und die Staatsanwaltschaft Ellwangen am Samstagabend mitteilten. Bis dahin waren mehr als 250 Hinweise aus der Bevölkerung bei den Ermittlern eingegangen. Die Polizei rief dringend zu weiteren Angaben darüber auf, ob und wo das nun gefundene Auto gesehen wurde.

Der bislang verschwundene A-Klasse-Mercedes der Frau war am Freitagabend im Hof des rund 20 Kilometer von ihrem Wohnort entfernten Klosters Neresheim von Besuchern erkannt worden. Ergebnisse der kriminaltechnischen Untersuchung lagen am Sonntag noch nicht vor, wie Baur sagte. Bereits am Freitagnachmittag fanden Suchtrupps das Mobiltelefon der Frau. Auch dessen Auswertung stand am Sonntag noch aus.

Wärmebildkamera kann laut Polizei auch Tote entdecken

Fast 500 Polizisten, mehr als 200 Führer von rund 100 Suchhunden und eine Tauchergruppe der Wasserschutzpolizei waren am Samstag bei der Suche im Einsatz, wie die Polizei mitteilte. Unterstützt wurden sie von zwei Polizeihubschraubern mit Wärmebildkameras, wie Polizeisprecher Baur sagte. Selbst wenn die Gesuchte nicht mehr am Leben sein sollte, würde ihr Körper mit einer Wärmebildkamera erkannt werden können, wie er erklärte.

Die Ehefrau eines Bankchefs war nach den Ermittlungen der Polizei am Mittwochmorgen aus ihrer Wohnung in einem Heidenheimer Ortsteil entführt worden. Auch ihr Auto war seitdem verschwunden gewesen. Bislang letztes Lebenszeichen ist das Telefongespräch mit ihrem Ehemann. Bei diesem hatte der Entführer am Mittwoch gegen 11.20 Uhr angerufen und ein hohes Lösegeld gefordert. Er liess auch die Entführte kurz etwas sagen. Sie konnte ihrem Mann nur kurz mitteilen, dass der Täter sie mit dem Tod bedroht habe, wie die Polizei berichtete. Der Bankier deponierte wie vom Täter verlangt Geld neben der A 7, das jedoch nicht abgeholt wurde.

(dapd)

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