Aktualisiert 30.06.2009 21:29

Unesco-WelterbeAngst vor Entwertung des Labels

Das Label Unesco-Welterbe wird grosszügig verteilt und droht an Wert zu verlieren. Leiden könnte darunter auch St. Gallen. Denn der Stiftsbezirk lockt mit dem Label viele Touristen an.

von
Mario Pavlik

Mit der kürzlich ausgezeichneten Stadtlandschaft von La Chaux-de-Fonds und Le Locle zählt die Schweiz nun zehn Unesco-Welterben. Alleine in den letzten drei Jahren wurden vier Objekte ausgezeichnet. «Wenn diese Kadenz anhält, droht das Label seine Exklusivität zu verlieren», befürchtet Boris Tschirky, Direktor von St. Gallen-Bodensee- Tourismus.

Langfristig könnte sich dies negativ auf das Tourismusmarketing des St. Galler Klosterbezirks auswirken, der ebenfalls ein Unesco-Welterbe ist. Denn seit man aktiv damit wirbt, wurden laut «Tages-Anzeiger» rund 50 Prozent mehr Besucher in der Stiftsbibliothek verzeichnet. «Wenn jeder das Label hat, ist es marketingtechnisch nicht mehr verwertbar», so Tschirky.

Trotzdem gibt es bereits eine weitere Bewerbung aus der Ostschweiz: Die Pfahlbauten im Thurgauer Pfyn sollen ebenfalls zum Unesco-Welterbe werden. «Ich verstehe die Befürchtungen», sagt Hansjörg Brem, Thurgauer Kantonsarchäologe. Die Pfahlbauten hätten aber genauso einen Anspruch auf die Unesco-Auszeichnung. Zudem schade Konkurrenz nicht.

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