Drohnen-Flugverbot: Angst vor fliegenden Bomben am WEF
Aktualisiert

Drohnen-FlugverbotAngst vor fliegenden Bomben am WEF

Erstmals hat die Bündner Kantonspolizei ein Flugverbot für Modellflugzeuge und Drohnen während des WEF in Davos verhängt. Grund: Terroristen könnten mit fliegenden Bomben angreifen.

von
woz

Bereits zweimal haben Terroristen in den USA und Deutschland versucht, Anschläge mit Modellflugzeugen zu verüben. Die Kantonspolizei Graubünden hat deshalb Massnahmen ergriffen: Während des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos herrscht in der näheren Umgebung ein explizites Flugverbot für Modellflugzeuge und Drohnen.

Eine konkrete Bedrohung gebe es nicht. Aber: «Wir sind sensibilisiert auf das Thema, weil wir uns auf alle Eventualfälle vorbereiten müssen», sagt der Kommandant der Bündner Kantonspolizei, Walter Schleger, in der SRF-Sendung «Rundschau».

Rechtliche Unklarheiten

Es sei nicht klar geregelt, wer eine solche Drohne bekämpfen müsste, heisst es im Vorabbericht zur Sendung. «Da sind wir noch in einem Graubereich, das ist rechtlich noch nicht ganz geklärt», sagt Schlegel. Am WEF aber sei die Bekämpfung der Drohnen Sache der Polizei.

Forderung nach bewaffneten Helikoptern

Während Österreich und Frankreich mit bewaffneten Helikoptern gegen langsam fliegende Flugkörper vorgehen, fehlen der Schweizer Armee offenbar die passenden Mittel. Kampfjets sind dazu nicht geeignet: «Moderne Kampfjets können zwar relativ langsam fliegen, aber sie können bei diesen Geschwindigkeiten kaum manövrieren», sagt Thierry Caspar-Fille-Lambie, Kommandant der französischen Luftverteidigung.

Ein Projekt, die Helikopter mit Scharfschützen fliegen zu lassen, kommt in der Schweiz nicht voran. Hierzulande sichern nur bewaffnete Kampfjets den Luftraum. Helikopter sind zwar ebenso im Einsatz, jedoch unbewaffnet.

Der Präsident der sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrats, Thomas Hurter (SVP/SH), fordert, das Projekt der bewaffneten Helikopter rasch umzusetzen: «Das muss relativ schnell kommen, denn wir sind ein Land, das sehr viele internationale Konferenzen durchführt.»

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