Aktualisiert 15.03.2011 18:31

Atom-KatastropheAngst vor GAU lässt SMI tauchen

Der Schweizer Aktienmarkt hat vor dem Hintergrund neuer Hiobsbotschaften aus Japan deutlich tiefer geschlossen. «Die Börse goutiert Unsicherheit nicht», sagte ein Händler dazu.

Der SMI schloss um 2,76 Prozent tiefer auf 6101,01 Punkten und damit mehr als 90 Punkte über dem Tagestief von 6009,09. Der breite Gesamtmarkt (SPI) büsste 2,70 Prozent auf 5542,25 Punkte ein.

Tagesverlierer bei den Bluechips waren Clariant (-4,5 Prozent). Der zyklische Sektor sei mit Abgaben konfrontiert, da die globale Wirtschaftsentwicklung durch die Ereignisse in Japan belastet werde, sagten Händler.

ABB sanken um 3,5 Prozent und Adecco um 3,3 Prozent. Über den grössten Teil des Tages notierten jedoch die Papiere des Luxusgüterkonzerns Richemont (-3,7 Prozent) mit den grössten Abgaben und fielen teilweise um mehr als 7,5 Prozent.

Der Industrie steht eine rückläufige Nachfrage aus Japan bevor, fürchten Händler. Japan ist für 11 Prozent des Luxusgüterabsatzes verantwortlich, weitere 10 Prozent sind auf japanischen Tourismus im Ausland zurückzuführen. Swatch verloren 3,7 Prozent.

Versicherungen erneut im Minus

Die Versicherungswerte blieben mit den Folgen des Erdbebens und Tsunamis in Japan sowie der nuklearen Katastrophe im Fokus. Swiss Re gaben um weitere 1,7 Prozent nach und ZFS notieren 2,9 Prozent tiefer.

Auch Bankaktien lagen im Angebot: Credit Suisse verloren 2,8 Prozent, UBS 2,3 Prozent und Julius Bär gar 3,7 Prozent. Der Kurseinbruch in Japan schlage tiefe Kerben in den Handelsbüchern der Banken, erklärten Marktbeobachter.

Erneuerbare Energien gefragt

Auch im breiten Markt blieb die japanische Krise nicht ohne Folgen. Hier profitierten vor allem Unternehmen, welche im Bereich der erneuerbaren Energien tätig sind. So stiegen die Papiere der Meyer Burger um 3,4 Prozent und die Aktien des Solarstromproduzenten Edisun Power gar um 58 Prozent.

Auf der anderen Seite litten die Aktien der Energieversorgerin BKW (-7,1 Prozent) erneut unter der neu entfachten AKW-Diskussion. BKW betreibt das Kernkraftwerk Mühleberg, das älteste der Schweiz. (sda)

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