Erdbeben in Neuseeland: Angst vor Plünderern geht um
Aktualisiert

Erdbeben in NeuseelandAngst vor Plünderern geht um

Beim verheerenden Erdbeben in Christchurch werden bis zu 200 Tote befürchtet. Mittlerweile machen auch Plünderer sie Stadt unsicher.

Die neuseeländische Polizei hat ein hartes Vorgehen gegen Plünderer in der vom Erdbeben zerstörten Stadt Christchurch angekündigt. Wie Polizei am Donnerstag mitteilte, gab es etwa ein Dutzend Fälle von Plünderungen seit dem Beben der Stärke 6,3 vom Dienstag.

Der Bezirkschef der Polizei, Dave Cliff, sagte, die Sicherheitskräfte würden eine starke Präsenz in Christchurch und den Vororten zeigen, um Plünderungen zu verhindern. Auch die zur Unterstützung der Rettungsarbeiten anwesenden australischen Polizeibeamten und neuseeländischen Soldaten würden beim Kampf gegen Kriminelle helfen.

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«Es gibt Berichte über Plünderungen und Beschädigungen von Geschäften weit ausserhalb des abgeriegelten Stadtzentrums», sagte Cliff. Die Patrouillen würden «aktiv beobachten, wer auf kriminelle Weise versucht, die Situation auszunutzen.»

Erdbeben in Neuseeland

Der Bürgermeister von Christchurch, Bob Parker, bat die Bewohner um Verständnis für die nächtliche Ausgangssperre und die Abriegelung von Stadtvierteln. Diese Massnahmen seien notwendig, um Diebstähle zu verhindern.

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Mehr als 200 Tote befürchtet

Unterdessen ging in der Stadt die Suche nach Verschütteten weiter. Am Donnerstag trafen Teams mit Spezialgerät aus den USA, Grossbritannien, Japan, Singapur und Taiwan in Christchurch ein. Damit konnte die Suche im besonders schwer zerstörten Stadtzentrum intensiviert und auch auf weitere Bereiche ausgeweitet werden.

Auch drei Tage nach dem schweren Beben hofften die Retter, noch Überlebende zu finden. Die Chancen schwanden jedoch von Minute zu Minute.

Wie die Polizei Christchurch am Donnerstag mitteilte, wurden bisher 102 Tote geborgen. 228 Menschen werden noch vermisst. Ministerpräsident John Key sagte im neuseeländischen Fernsehen, es sei zu befürchten, dass die Zahl der Toten weiter ansteigen werde.

«Wir haben die Sorge, dass die Zahl der Toten viel höher sein könnte, als wir bisher befürchtet haben», sagte Key. Seit Mittwoch wurden keine Überlebenden mehr geborgen.

Viele asiatische Sprachschüler

Noch bis zu 120 Leichen werden nach Angaben der Polizei in den Trümmern eines Gebäudes des Fernsehsenders Canterbury Television vermutet. «Wir wissen, dass es noch Leichen zu bergen gibt, und wir sind dabei, dies zu tun», sagte ein Sprecher der Polizei.

In dem Gebäude hatte sich auch eine Sprachschule befunden. Nach mindestens 48 Schülern und Lehrern wird seit dem Beben gesucht, darunter viele Asiaten. Nach Angaben des japanischen Aussenministeriums wurden mindestens 27 japanische Schüler vermisst, Peking gab die Zahl der vermissten chinesischen Sprachschüler mit 20 an.

Ausserdem sollen zwölf Philippiner in dem Gebäude gewesen sein und ein Geschwisterpaar aus Südkorea. Deren Vater traf am Donnerstag in Christchurch ein und sagte, er wolle selbst nach seinem Sohn und seiner Tochter suchen. Auch für rund 20 Menschen, die unter der Kathedrale von Christchurch verschüttet wurden, bestand kaum noch Hoffnung.

Warten auf Ausreise

Am Flughafen von Christchurch warteten hunderte Menschen, die die Stadt verlassen wollten. Seit dem schweren Beben vom Dienstag wurde die Stadt von zahlreichen Nachbeben erschüttert. Viele Menschen kamen bei Freunden und Verwandten unter. Die Stromversorgung war am Donnerstag weitgehend wieder hergestellt, doch noch immer gab es kein Trinkwasser. (sda)

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