Länggasse: Angst wegen Dämpfen aus der Pathologie
Aktualisiert

LänggasseAngst wegen Dämpfen aus der Pathologie

In der Länggasse dringt aus der Pathologie Formaldehyd-Gestank. Die Anwohner bangen um ihre Gesundheit.

von
Pedro Codes
Stadtratspräsidentin Ursula Marti fordert ein schnelles Handeln.

Stadtratspräsidentin Ursula Marti fordert ein schnelles Handeln.

36 Nachbarn des Forstwegs 56 und 61 im Berner Länggass-Quartier haben Angst um ihr Leben. An besagter Adresse ­befindet sich das medizinische Labor Pathologie Länggasse. Zehn Ventilatoren pumpen Tag und Nacht stinkige Abluft in die Nachbarschaft. «Seit letztem Sommer riecht es ständig nach Formaldehyd», sagt eine besorgte Anwohnerin. Der störende Geruch ist nicht das Schlimmste: Das Leichenkonservierungsmittel kann auf die Dauer Krebs verursachen. «Wir wollen, dass das endlich aufhört», so die Frau.

Politiker schalten sich ein

In einem Brief wandten sich die Bewohner letzten Oktober an die Stadt. Ende März schaltete sich nun auch die Politik ein: In einem Vorstoss fordert Stadtratspräsidentin Ursula Marti (SP) den Gemeinderat zum Handeln auf. «Es muss schnellstmöglich geklärt werden, wie hoch die Form­aldehyd-Emissionen sind», verlangt die Politikerin. Ruggiero Biral vom Labor beschwichtigt: «Diese Chemikalie läuft normkonform über das Dach ab.»

Illegales Abzugssystem

Und dennoch: Eine Anfrage beim städtischen Bauinspektorat zeigt, dass die betreffenden Ventilatoren illegal sind. «Es läuft diesbezüglich ein Verfahren», bestätigt Stadtbauinspektor Martin Baumann. Das bedeutet, dass die Pathologie Länggasse die Lüfter entweder entfernt oder bis Ende nächster Woche nachträglich ein Baugesuch bei der Stadt einreicht. «Beim zuständigen Amt ist bis heute noch kein entsprechendes Begehren eingegangen», sagt Baumann.

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