Eingebildet krank: Angststörung ist nicht gleich Hypochondrie
Aktualisiert

Eingebildet krankAngststörung ist nicht gleich Hypochondrie

Menschen mit einer Angststörung sind nicht automatisch auch Hypochonder. Zu diesem Schluss kam jetzt eine Studie, durchgeführt von Wissenschaftlern der Goethe-Universität in Frankfurt.

Bildet sich ein Mensch, der von einer Angststörung betroffen ist, grundsätzlich auch körperliche Krankheiten ein? Nein - zumindest nicht, wenn es nach einem Team von Psychologen geht, die unter der Leitung von Florian Weck an der Goethe-Universität in Frankfurt eine Studie zu diesem Thema durchführten.

Die Forscher werteten Daten von 38 Menschen mit ausgeprägter Krankheitsangst, 40 Personen mit Angststörungen und - als Kontrollgruppe - 42 gesunden Menschen aus. Sie wollten herausfinden, worin sich Hypochonder von anderen Personen unterscheiden. Konfrontierten sie sie mit einer Aussage wie «Klara hat seit den letzten zwei Wochen starke Kopfschmerzen, die nicht weggehen», hielten Menschen mit grosser Krankheitsangst einen Hirntumor für wahrscheinlicher als die Personen aus der Gruppe mit Angststörung oder der Kontrollgruppe. Ging es dagegen um Symptome einer weniger schweren Krankheit, war die Einschätzung der drei Gruppen vergleichbar, wie es in der im Fachblatt «Psychosomatics» veröffentlichten Arbeit heisst.

Wie sich bereits in anderen Untersuchungen zeigte, haben die meisten Hypochonder Angst vor gravierenden Krankheiten wie Krebs, Herzerkrankungen oder Multiple Sklerose. Die Betroffenen unternehmen grosse Anstrengungen, um ihre Ängste wieder los zu werden, suchen beispielsweise im Internet nach Informationen oder gehen häufiger als andere zum Arzt. Diese Bemühungen führen jedoch in den meisten Fällen dazu, dass sich die Betroffenen noch mehr mit dem Thema Krankheit beschäftigen und Ängste langfristig zunehmen. (dapd)

Deine Meinung