Schweizer im Knast: Anhörung für Greenpeace-Aktivisten vertagt

Aktualisiert

Schweizer im KnastAnhörung für Greenpeace-Aktivisten vertagt

Der Schweizer Greenpeace-Aktivist im russischen Gefängnis muss weiter auf seine Anhörung warten. Ein entsprechender Termin wurde verschoben.

Die Berufungsanhörung des in Russland inhaftierten Schweizer Greenpeace-Aktivisten Marco Weber ist auf den kommenden Montag verschoben worden. Eigentlich hätte die Verhandlung vor dem Regionalgericht im nordrussischen Murmansk (heute) Dienstag stattfinden sollen.

Die Schweiz habe für die Anhörung vom Montag nun die Dienste eines Übersetzers angefordert, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Der 28-jährige Zürcher sitzt wie die anderen 27 Aktivisten des Greenpeace-Schiffes «Arctic Sunrise» und zwei freiberufliche Journalisten seit knapp drei Wochen in Untersuchungshaft. Sie ist auf zwei Monate angesetzt.

30 Personen festgenommen

Die 30 Personen aus 18 Ländern verharren in der Hafenstadt Murmansk sowie in der rund 200 Kilometer entfernten Stadt Apatity hinter Gittern. Sie hatten am 18. September versucht, eine Bohrinsel des russischen Gazprom-Konzerns in der Arktis zu entern, um auf Umweltrisiken durch die Gas- und Ölförderung in dem Gebiet aufmerksam zu machen.

Ihnen drohen bei einer Verurteilung wegen Piraterie, derer sie angeklagt sind, bis zu 15 Jahre Gefängnis. Einigen der Aktivisten werden zusätzlich «schwere Verbrechen» zur Last gelegt, weil laut den Behörden Drogen und andere illegale Güter auf dem Schiff entdeckt wurden.

Treffen zwischen Aussenminister

Der russische Aussenminister Sergej Lawrow erklärte derweil bei einem Treffen mit seinem belgischen Amtskollegen Didier Reynders in Brüssel, Europa müsse die russische Justiz ihre Arbeit verüben lassen. Es gehe nicht an, dass man sich einzumischen versuche. Die Dinge müssten ihren ordentlichen Gerichtsverlauf nehmen, forderte er.

Bezüglich der von den Niederlanden angekündigten Klage gegen Russland vor dem Internationalen Seegerichtshof sagte Lawrow, diese sei nicht gerechtfertigt. Russland habe die niederländischen Behörden avertiert, bevor die unter niederländischer Flagge fahrende «Arctic Sunrise» laut russischen Angaben in russische Hoheitsgewässer eingedrungen sei.

Greenpeace und die Niederlande aber werfen Russland vor, das Schiff rechtswidrig in internationalen Gewässern gekapert und in den Hafen von Murmansk geschleppt zu haben. (sda)

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